Unsere 5 größten Enttäuschungen auf Japanreise

Enttäuschungen gehören leider selbst auf Japanreisen dazu. Gerade im Zeitalter von Instagram und Co. hatte vermutlich jeder schon einmal das Erlebnis: Man hat hohe Erwartungen aufgrund der wunderschönen Fotos und guten Rezensionen, aber in Wirklichkeit sieht dann doch alles ganz anders aus. Obwohl wir selbst natürlich überzeugte Japanfans sind, werden auch wir regelmäßig von ernüchternden Erlebnissen getroffen. Um dich zu warnen und unsere Tipps anzumerken, folgen hier unsere 5 größten Enttäuschungen.

Torii im Tosho-gu in Nikko

Manche Ziele wie der Tōshō-gū in Nikkō könnten so schön sein, wenn da nicht doch ein paar Punkte für Enttäuschung sorgen würden…

Der Goldene Tempel in Kyōto

Kyōto bietet eine unvergleichliche Dichte an Sehenswürdigkeiten und Weltkulturerbestätten. Dementsprechend ist die Stadt leider sehr gut besucht. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und für mich eine absolute Enttäuschung ist der Goldene Tempel. Als Besucher zahlt man hier Eintritt und alles was man machen kann, ist Fotos aus quasi einer einzigen möglichen Perspektive aufzunehmen. Falls du dich also bereits gefragt hast, warum sämtliche Fotos des Tempels gleich aussehen: Man sieht ihn tatsächlich nur von dieser Seite so gut. Zusätzlich ist es so voll, dass dieser Fotospot sehr bedrängt ist und man sich auch sonst nur einmal in einer Menschenschlange an den Tempel vorbeischieben lassen kann. Zu guter Letzt liegt der Goldene Tempel etwas außerhalb, weswegen man noch in den Genuss der wundervollen Kyōtoer Busse kommt…. Wenn man denn Glück hat und einen erwischt in den man sich noch reinquetschen kann.

Solltest du Kyōto also insgesamt meiden? Nein, es gibt wirklich viele tolle Sehenswürdigkeiten und an anderen extrem beliebten Orten wie Inari no Taisha oder Kiyomizu Dera verteilen sich die Massen zumindest etwas besser. Grundsätzlich empfehle ich die beliebten Spots außerhalb der Primetime zu besuchen und die restliche Zeit kleine Tempelanlagen in den äußeren Gebieten zu erforschen.

Der Goldene Tempel Kinkaku ist eine der bedeutensten Sehenswürdigkeiten Japans.

Am Goldenen Tempel in Kyōto kann man außer einer Fotoaufnahem aus dieser Position nicht wirklich machen. Rechts im Hintergrund siehst du den engen Weg an dem es danach weitergeht – zusammen mit allen anderen Touristen.

Nikkō – Baustelle und Besucherandrang

Nikkō haben wir als Tagesausflug von Tōkyō aus besucht, da mir neben dem weltberühmten Tōshō-gū die Natur und Atmosphäre empfohlen wurden. Leider war Letztere zu ähnlich zu der in Kyōto – insbesondere zu touristig. Unabhängig von den anderen Touristen hat man das stark an den Eintrittspreisen gespürt. Der Zugang zum Tōshō-gū kostet so 1300 Yen und selbst um die Shinkyo Brücke zu überqueren hätte man zahlen müssen. Als ob das nicht schon genug wäre, war zu meinem Ausflug auch noch alles unter Bauarbeiten. Während am Tōshō-gū einzelne Abschnitte betroffen waren, war der gesamte Rinnōji Tempel verhüllt. Aufgrund der Erfahrungen habe ich spontan den restlichen Tagesplan inklusive der Weiterfahrt an die Kegon Wasserfälle verworfen. Stattdessen sind wir einen eher unscheinbaren, aber trotzdem netten Weg hinter dem Tōshō-gū hochgewandert und schlussendlich etwas früher nach Tōkyō zurückgefahren. Insgesamt würde ich Nikkō gerne nochmal eine Chance geben, aber so richtig kann ich mich dazu noch nicht durchringen.

Damit dein Japanurlaub nicht an einer Baustelle endet, empfehle ich dir Übersicht zu Bauarbeiten von Japan-Guide (engl.).

Bauarbeiten Rinnoji Tempel

Während meines Besuchs in Nikkō war der Rinnō-ji Tempel für Bauarbeiten komplett verhüllt.

Kirschbäume ohne Blüten in Yoshinoyama

Aufmerksam geworden sind wir auf Yoshinoyama durch die offizielle Tourismusseite Naras (engl.) und haben uns direkt in die Berghänge voller Kirschblüten verliebt. Da ich eher der Großstadt-Typ bin und Yoshinoyama doch ziemlich abseits liegt, habe ich mich gegen einen Besuch entschieden. Moritz hingegen hat eine Übernachtung in einem hübschen Ryokan direkt zum Höhepunkt der Kirschblüte gebucht. Oder zumindest war das der Plan. Leider gab es kurz vor seiner Ankunft in Japan nochmal eine Kaltfront, welche die Blütezeit einige Tage zurückgeworfen hat. Dementsprechend blieben leider die meisten Bäume kahl und Moritz ist nicht in den Genuß der pinken Wälder gekommen. Gefallen hat es ihm insgesamt aber dennoch und der Plan einmal die Kirschblüte in Yoshino zu erleben steht weiterhin.

Aussicht auf die kleine Siedlung in Yoshinoyama vom Hanayagura Aussichtspunkt.

Aussicht auf die kleine Siedlung in Yoshinoyama vom Hanayagura Aussichtspunkt – leider mit kahlen Kirschbäumen.

Kein Zutritt ohne Reservierung im Themencafé

Die Zentren Japans und ganz besonders Tōkyō sind dicht bevölkert und Heimat mehrerer Millionen Einwohner. Dementsprechend muss man stets mit Wartezeiten rechnen, Tickets für Veranstaltungen im Vorraus erwerben und eben auch Besuche in Themencafés reservieren. Während ich das zu Beginn meiner Japan-Reise-Karriere noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und gerne mal traurig vor den Eingängen stand, weiß ich es jetzt besser. Nur leider hilft selbst das nicht immer. Beliebte Cafes wie das Kirby oder Pokemon Cafe sind teilweise direkt nach Öffnung der Reservierungs-Webseite ausgebucht, weswegen uns schon mehrfach der Besuch verwehrt wurde. Selbst wenn man vor dem PC sitzt und die Seite regelmäßig neu lädt, kann es zu Stoßzeiten knapp werden.

Besonders unglücklich bin ich jedoch über eine geplatzte Reservierung auf meiner letzten Reise. Ich bin bereits seit längerem riesiger Fan von dem Manga Kimestu no Yaiba. Während ich damit zu Beginn noch recht alleine war, ist dessen Bekanntheitsgrad durch eine Anime-Umsetzung geradezu explodiert. Um Sitzplätze in einem Themencafé im Januar möglichst fair zu verteilen, wurden sie so per Lotterie vergeben… und ich bin leider leer ausgegangen.

Foto eines Pikachu Dessert im Pokemon Cafe

In Themencafés kannst du niedliche Speisen zu deinen Lieblingsserien verputzen. Leider benötigst du dazu meistens eine Reservierung.

Kein Feuerwerk in den Disney-Parks

Als Kind war ich riesiger Disney-Fan, aber irgendwie hat sich nie eine Reise nach Paris in das Disneyland ergeben. Obwohl inzwischen meine Begeisterung für das Franchise abgekühlt ist, habe ich mich trotzdem sehr auf den Besuch in Tōkyōs Park gefreut. Wir hatten dabei wirklich totales Glück. In der Woche nach der Golden Week war der Park leer genug, dass wir mit Hilfe des FASTPASS-Systems alle Attraktionen fahren konnten. Zusätzlich war das Wetter absolut Spitze und für die Show und das Feuerwerk am Abend haben wir sogar Sitzplätze gewonnen! So absolut perfekt kann natürlich überhaupt kein Tag ablaufen. Trotz des guten Wetters wurde so das Feuerwerk gecancelt, weil es wohl zu windig gewesen seien soll. Einige Wochen später sind wir dann in Disney Sea gegangen… mit allem anderen als guten Wetter. Zu unserem Besuch waren bereits die Ausläufer eines Taifuns im Anmarsch und wir sind zunächst erstmal gut durchgespült wurden. Wegen der schlechten Bedingungen fiel am Abend wieder das Feuerwerk aus.

Freunden zufolge kann es das kurze Feuerwerk im Disney Land wohl nicht mit den großen Feuerwerksfesten im japanischen Sommer aufnehmen und wenn man diese schon erlebt hat, verpasst man nicht zu viel… Sehen würde ich es aber gerne trotzdem mal, auch wenn ich mir irgendwie nicht viel Hoffnung für zukünftige Versuche mache.

Foto des Disneyschlosses während einer Show am Abend

In beiden Disney Parks finden täglich auch bei schlechtem Wetter verschiedene Shows und Paraden statt. Das Höhenfeuerwerk wurde bei meinen Besuchen leider abgesagt.

Enttäuschende Erlebnisse gehören somit irgendwie zum Reisen dazu, gerade da wir nunmal alle verschieden sind und uns andere Dinge gefallen. Was sind deine Reise-Enttäuschen in Japan gewesen? Erzähl‘ es uns in den Comments!

Falls dir dieser Artikel zu negativ war, schau‘ doch dir doch meine Top 5 Dinge, die ich jedes Mal in Japan machen muss an.

2 Responses to “Unsere 5 größten Enttäuschungen auf Japanreise

  • Meine größte Enttäuschung war der Higashi-Chaya Distrikt in Kanazawa. Die Gebäude waren schön, aber es gab gar nicht so viele Handwerksläden und Teehäuser wie im Touristenführer angegeben, sondern fast nur Restaurants. Außerdem waren da so viele wirklich große Touristengruppen, die ständig zum Fotomachen angehalten haben, laut waren und Null Rücksicht auf die anderen genommen haben. Ich war dann schnell wieder weg von da.

    Weil ich dadurch unerwartet viel Zeit hatte, bin ich zurück zum Hotel gelaufen und habe auf dem Weg dahin endlich das gefunden, weshalb ich ursprünglich dorthin gefahren bin: Ich hatte Tee an einem Tempel, bin auf einen kleinen Markt gestoßen und hab eine kleine Spielzeugwerkstatt gefunden, bei der man in die Produktion schauen konnte… letzten Endes bin ich also doch noch auf meine Kosten gekommen.

    Enttäuschungen gehören leider dann und wann auch zum Reisen dazu, dann weiß man es beim nächsten Mal besser

    Weiterhin schöne Reisen!
    Fiona

    • Oh, Higashi-Chaya hat mir wiederum ziemlich gut gefallen. Bei unserem Besuch war allerdings auch wirklich wenig los und bei Tee bin ich recht vorsichtig. Wir sind von dort aus auch zu Fuß Richtung Bahnhof zurückgekehrt und haben noch ein paar nette Entdeckungen gemacht.

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