Kyōto – Aktivitäten in der ehemaligen Kaiserstadt

Mehrere hunderte Jahre als Hauptstadt, historisch erhaltene Sehenswürdigkeiten und 17 UNESCO Weltkulturerbestätten – Kyōto und Umland sind DAS kulturelle Zentrum Japans. Wenn du Interesse an Kultur oder Geschichte hast, besuche Kyōto! Eine höhere Dichte an Sehenswürdigkeiten findest du nirgendwo sonst in Japan. Noch nicht überzeugt? Dann stelle ich dir gerne einige Highlights aus Kyōto vor.

Altstadt, Schrein, Tempel – Kyōto erkunden

Zu den Sehenswürdigkeiten Kyōtos zählen insbesondere Tempel und Schreine, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Innerhalb Kyōtos erfolgt die Fortbewegung typischerweise per Bus oder U-Bahn. Letztere sind ähnlich komfortabel wie in Tōkyō, allerdings gibt es in Kyōto nur zwei Linien. Daher ist es teilweise nötig Busse zu nutzen, die längere Fahrzeiten haben und häufig recht überfüllt sind. Dennoch kannst du die meisten Ziele Kyōtos leicht erreichen und mit etwas Planung Fahrzeiten reduzieren.

Der Goldene Tempel Kinkaku ist eine der bedeutensten Sehenswürdigkeiten Japans.

Der Goldene Tempel Kinkaku ist eine der bedeutensten Sehenswürdigkeiten Japans.

Der Goldene Tempel Kinkaku

Im Norden Kyōtos liegt der Goldenen Tempel Kinkaku, welcher eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten ganz Japans ist. Direkt am Eingangsbereich kannst du den an einem Teich gelegenen Tempel bewundern und die Gartenanlage erkunden. Aufgrund der Bekanntheit des Tempels ist die Anlage für gewöhnlich stark besucht. In der Umgebung des Tempels gibt es dementsprechend viele Souvenirshops und Restaurants. Falls dir Kinkaku gut gefallen hat, besuche doch auch den Silbernen Tempel Ginkaku. Dieser befindet sich im Osten der Stadt und wurde von Kinkaku inspiriert.

Die roten Torbögen des Fushimi Inari Schreins

Foto mit Aussicht auf Kyoto vom Fushimi Inari Schrein.

Aussicht auf Kyoto vom Fushimi Inari Schrein.

Mit Fushimi Inari findet sich zwischen den vielen berühmten Tempeln Kyōtos auch eine große shintoistische Schreinanlage. Das typische Erkennungszeichen für Schreine im Allgemeinen sind die Torii genannten Tore, in Fushimi Inari sind sie zudem die bekannteste Sehenswürdigkeit. Dies liegt jedoch nicht an ihrer Schönheit oder Kunstfertigkeit, sondern schlicht und einfach an der Menge der aufgestellten roten Torii. Auf allen Wegen des Geländes, sowie während des Aufstiegs auf den am Schrein gelegenen Berg durchqueren Besucher hunderte der Torbögen. Dies gibt dem Schrein ein besonderes Flair und lädt geradezu zum Fotografieren ein. Natürlich sind auch die Gebäude des Schreins sehenswert und auf etwa halber Höhe des anliegenden Berges erhältst du einen schönen Ausblick auf Kyōto.

Holzterrasse mit Aussicht auf die Stadt am Tempel Kiyomizu

Insgesamt weist der Osten Kyōtos eine hohe Dichte an Tempeln auf, einer der bekanntesten davon ist der auf einer Anhöhe gelegene Kiyomizu Tempel. Das Highlight des Tempels ist eine charakteristische etwa 13 Meter hohe Holzterrasse, von der man eine gute Aussicht auf das Stadtgebiet Kyōtos hat. Weiterhin befinden sich auf dem Gelände eine Pagode und ein kleiner Wasserfall, dessen Wasser Glück bringen soll. Um den Tempel zu Fuß zu erreichen durchquert man einen Einkaufsbereich. Neben typischen Souvenirs kannst du dort viele Erfrischungen und Snacks finden, die gerade im Sommer den Aufstieg erleichtern.

Blick auf die Holzterasse des Kiyomizu Tempels.

Blick auf die Holzterrasse des Kiyomizu Tempels.

Zentral gelegene Sehenswürdigkeiten

Im Zentrum Kyōtos befinden sich weniger Tempel und Schreine und dafür mehr Möglichkeiten für Shopping sowie Museen. Die bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind die Burg Nijō und der ehemalige Kaiserpalast. Die Burg Nijō wurde im Jahr 1603 errichtet und verfügt über einige historische Gebäude sowie eine Gartenanlage. Der Kaiserpalast wird von einem großzügigen Park umgeben, der im Frühjahr ein beliebter Ort zum Ansehen von Kirschblüten ist. Während man den Park frei erkunden kann, sind die Gebäude des Palastes gewöhnlich unzugänglich.

Möglichkeiten zum Einkaufen findest du insbesondere auf der zentral gelegenen Shijō Straße, die eine bunte Mischung aus traditionellen und modernen Geschäften beherbergt. Entlang der ganzen Straße bieten zudem viele Restaurants und Souvenirshops ihre Waren an. Falls du eher an Street Food und frischen Zutaten Interesse hast, lohnt es sich den auf den nördlichen Parallelstraßen befindlichen Nishiki Markt zu besuchen. Dort findest du verschiedenste Kochutensilien und diverse regionale Produkte.

Folgst du der Shijō Straße weiter, gelangst du an das Ufer des Kamo Flusses. Der idyllische Flussbereich eignet sich hervorragend für Spaziergänge und Pausen vom Shopping und Herumlaufen. Noch ein wenig weiter im Osten befindet sich Gion. Dieser Altstadtbereich verfügt über viele Restaurants und ist besonders bekannt für seine Geisha. Gerade am Abend ist das Spazieren durch Gion sehr stimmungsvoll und empfehlenswert.
Foto des Kamo Flußes in Kyoto.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Kyōto

Falls du von Tempeln noch nicht genug hast, lohnt es sich durch die östlichen Gebiete Kyōtos zu schlendern. Aufgrund der hohen Dichte von Tempel und Schreinen kann man während einem Spaziergang einiges entdecken. Für eine Verknüpfung von Kultur und Natur kannst du eine Wanderung auf den Bergen in Kyōtos Außenbereichen in Betracht ziehen. Viele verfügen über mehrere Tempel- oder Schreinanlagen, bieten eine ruhige Atmosphäre und eine gute Aussicht. Ebenfalls im äußeren Stadtgebiet befindet sich der berühmte Bambushain auf dem Berg Arashi, der täglich viele Besucher anzieht. Eine gute Aussicht ohne Berge und Anstrengung kannst du von der Spitze des zentral gelegenen Kyōto Towers erlangen. Sollte das nicht deinen Geschmack treffen oder schlechtes Wetter herrschen, könntest du ein Museum besuchen. Egal ob Stadtgeschichte oder Züge – Kyōto verfügt über eine Vielzahl an Museen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind.

Mit dem Manga Museum gibt es dabei auch ein Ziel für Otaku, welches zum stundenlangen Lesen einlädt. Weiterhin ist Kyōto Standort des Animationsstudios Kyōto Animation, dessen Hauptquartier im Süden der Stadt liegt. Im Erdgeschoss des Firmengebäudes befindet sich der KyoAni Shop, in dem exklusives Merchandise erworben werden kann.
Foto der belebten Einkaufsstraße am Kiyomizu Tempel.

Sommerliche Feste in Kyōto

Feste mit Ständen, die Essen oder andere Produkte verkaufen sind in ganz Japan zu finden und häufig von Schreinen und Tempeln organisiert. Dementsprechend regelmäßig werden auch in Kyōto Feste veranstaltet, die aufgrund der historischen Stadt ein besonderes Flair haben. Die Größten davon sind die im Sommer stattfindenden Feierlichkeiten des Gion Festes und das Daimonji Fest. Das Gion Fest im gleichnamigen traditionellen Stadtteil dauert den ganzen Juli über an und lockt Besucher aus ganz Japan nach Kyōto. Gewöhnlich finden am 17. und 24. Juli große Paraden statt. In den Nächten davor werden Teile der Straßen gesperrt und Besucher können an verschiedenen Essensstände einkaufen. Das Daimonji Fest wird am Ende der religiösen Obon Feiertage begangenen. Dabei werden auf den Bergen Kyōtos befindliche riesige Schriftzeichen in Brand gesetzt, deren Feuer man vom Stadtgebiet aus sehen kann. Da die Feuer auf verschiedenen Bergen entfacht werden, gibt es diverse Aussichtspunkte in der Stadt, welche sich je für andere Zeichen eignen.

Tagesausflüge in der Umgebung

In Kyōtos Umgebung befinden sich viele weitere interessante Orte, die man einfach mit normalen Zügen erreichen kann. Ganz in der Nähe befindet sich die für ihren Grünen Tee bekannte Stadt Uji, in der ebenfalls berühmte Tempelanlagen zu finden sind. Im Osten liegt mit dem Biwa der größte See Japans, an dem im Sommer einige Bereiche zum Schwimmen geöffnet sind. Weiterhin kann die historische Stadt Nara leicht erreicht werden, die neben der größten bronzenen Buddha Statue der Welt besonders für die frei laufenden Hirsche bekannt ist.Torii am Fushimi Inari Schrein am Berghein.

Persönliche Meinung zu Kyōto

Aufgrund der langen Geschichte und Fülle an Tempel gehört Kyōto sicherlich zum Pflichtprogramm für alle Japanreisenden. Während mich besonders Kiyomizu und Fushimi beeindruckt haben, gefällt mir Kyōto insgesamt trotzdem nicht besonders. Die Busse sind schlimmer als die Rush Hour in Tōkyō und spirituelle Ziele aufgrund der Menschenmengen schwer zu genießen. Eine gute Zeitplanung und Recherche zu weniger besuchten Tageszeiten, könnte sich in Kyōto besonders lohnen. Während meiner ersten Rail Pass Reise im Jahr 2016 habe ich zwei Nächte in Kyōto verbracht und empfand den Aufenthalt eher als stressig. Seitdem übernachte ich lieber im nahegelegen Ōsaka und besuche ausgewählte Ziele Kyōtos im Rahmen eines Tagesausflugs.

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