Yoshinoyama – Berghänge voller Kirschblüten

Die Präfektur Nara ist vor allem für die gleichnamige Hauptstadt mit dem Park voller Hirsche bekannt. Allerdings gibt es in Nara noch viel mehr zu Entdecken. In der Mitte der Präfektur liegt der Yoshino Distrikt. Dieser lebt hauptsächlich von der Forstwirtschaft sowie dem Tourismus. Besonders bekannt ist der Distrikt wegen der Bergregion Yoshinoyama. Die Berghänge sind voller Kirschbäume, sodass sich besonders im Frühling zur Blüte ein atemberaubender Anblick bietet. Aber auch zu den anderen Jahreszeiten gibt es in der ruhigen Umgebung des Berges einiges zu entdecken.

 

Anfang der Kirschblüten in Yoshinoyama.

Anfang der Kirschblüten in Yoshinoyama.

Schreine, Tempel und Aussichtspunkte

Die Bergregion Yoshinoyama hat eine lange Geschichte, die bis zum Jahr 250 zurückgeht. Zu dieser Zeit soll der erste Schrein, der Mikumari entstanden sein. Der langen Geschichte entsprechend befinden sich dort viele Tempel und Schreine, sowie einige Aussichtspunkte.

Viele davon kannst du bei einer längeren Wandertour erreichen. Dafür solltest du jedoch einiges an Zeit mitbringen. Informationen zu Routen findest du in dem Touristenzentrum, aber auch bereits am Yoshino Bahnhof liegt Informationsmaterial aus.

Tempel

Alleine beim Versuch alle Tempel zu Besuchen und Erkunden kannst du sehr viel Zeit verbringen. Hier findest du eine kurze Liste aller Tempel, die du in der Bergregion finden kannst. Bis auf den Kinpusen Tempel mit der riesigen Zao-do Halle sind alle relativ klein und überschaubar. Allerdings sind die meisten mit Kirschbäumen verziert und dadurch nicht weniger beeindruckend.

Kleiner Geheimtipp: Am Abend um 17:00 Uhr hast du die Möglichkeit in der Zao-do Halle des Kinpunsen Tempels einer buddhistischen Zeremonie beizuwohnen. Dabei kannst du dem Sprechgesang und Trommeln der Mönche lauschen. Die ganze Zeremonie dauert etwa 30 Minuten.

  • Kinpusen Tempel (Weltkulturerbestätte)
  • Sakuramoto-bo Tempel
  • Kogan Tempel
  • Tonan-in Tempel
  • Dainichi Tempel
  • Kizo-in Tempel
  • Zenbuku Tempel
  • Nyoirin Tempel
  • Chikurin-in Tempel
Sakuramoto-bo Tempel mit einem blühenden Kirschbaum.

Sakuramoto-bo Tempel mit einem blühenden Kirschbaum.

Schreine

Schreine gibt es nicht ganz so viele zu Entdecken. Dennoch empfiehlt sich ein Besuch, da sie schon durch die Geschichte und ihr Alter beeindrucken. Der erste Schrein der Gegend soll der Mikumari Schrein gewesen sein, der um das Jahr 250 herum gebaut wurde. Er war einer Göttin gewidmet, die Wasser kontrollieren kann.

  • Mikumari Schrein (Weltkulturerbestätte)
  • Yoshimizu Schrein (Weltkulturerbestätte)
  • Yoshino-jingu
  • Katte Schrein
  • Kinpu Schrein
Pagode am Nyoirin Tempel mit Kirschblüte und Blumen.

Pagode am Nyoirin Tempel mit Kirschblüte und Blumen.

Aussichtspunkte

Bei einer Wanderung wirst du überall wieder Punkte mit einer atemberaubenden Aussicht finden können. Hier listen wir ein paar Ausgewählte auf, die du bei einer Wanderung gut zusammen mit den Tempeln und Schreinen verbinden kannst.

  • Hanayagura Aussichtspunkt
  • Mt. Takagi
  • Koke-shimizu Quelle
Aussicht auf die kleine Siedlung in Yoshinoyama vom Hanayagura Aussichtspunkt.

Aussicht auf die kleine Siedlung in Yoshinoyama vom Hanayagura Aussichtspunkt.

Feste

Bei so viel Geschichte sowie Tempeln und Schreinen, finden selbstverständlich auch ein paar Feste in Yoshinoyama statt.

Bei dem Otaue Festival am Yoshino Mikumari Schrein wird für die Verteilung des Wassers von den Bergen zu den Ebenen gebetet. Dabei gibt es eine kleine Aufführung. (3. April)

Das Frühlingsfestival findet zur Kirschblütenzeit statt. Es wird damit die Blütezeit angekündigt. Außerdem findet eine Shugendo goma Feuerzeremonie vor der Zao-do Halle des Kinpusen statt. (10. ~ 12. April)

Beim Kaeru-tobi Ritual wird eine Sänfte mit einer Froschfigur zur Zao-do Halle getragen. Dabei handelt es sich auch um die Nachstellung einer alten Geschichte, bei der ein Mann wegen einer Beleidigung zu einem Frosch verwandelt wurde. (7. Juli)

Das Setsubun & Onibi Festival in Yoshinoyama ist anders als sonst in Japan. Während überall die Oni bzw. Dämonen vertrieben werden, werden sie hier eingeladen. Es wird darauf zurückgeführt, dass diese Dämonen als Anhänger einer wichtigen Person der Geschichte fungierten. (2. ~ 4. Februar)

Der Tonan-in Tempel liegt mitten in der Siedlung in Yoshinoyama.

Der Tonan-in Tempel liegt mitten in der Siedlung in Yoshinoyama.

Wälder

Die Wälder in Yoshinoyama bestehen größtenteils aus 3 Baumarten: Zedern, Zypressen und Kirschen. Auf den Hängen der Berge bei der kleinen Siedlung in Yoshinoyama finden sich größtenteils Kirschbäume. Gerade deshalb gilt Yoshinoyama als einer der schönsten Orte zum Betrachten der Kirschblüte.

Sobald man etwas weiter in die Berge wandert wechselt das Bild und die Kirschbäume werden durch Zedern und Zypressen abgelöst. Allerdings finden sich auf der anderen Seite des Berges auch kahl gerodete Stellen. Natürlich wurden neue Bäume gepflanzt, allerdings wurden die vorherigen Zedern und Zypressen beim Neupflanzen scheinbar durch junge Kirschbäume ersetzt.

Aussicht auf die Wälder von den Bergrücken bei Yoshinoyama.

Aussicht auf die Wälder von den Bergrücken bei Yoshinoyama.

Ryokan Kato – Unterkunft in der Bergregion

Direkt in der Bergregion gibt es nicht viele Unterkünfte. Wir haben zwei Nächte in dem Ryokan Kato verbracht, um genug Zeit zum Erkunden der Berge zu haben.

Es ist ein traditionelles Hotel mit Zimmern im japanischen Stil, also mit Tatamimatten und geschlafen wird auf Futons. Dazu gab es Halbpension im Kaiseki Stil. Das Essen ist auch traditionell japanisch und besteht vor allem aus regionalen Spezialitäten. Dementsprechend ist es für die meisten Europäer ungewohnt, aber du solltest es einmal testen!

Wie in den meisten Ryokan der oberen Klasse gibt es auch hier einen geschlechtergetrennten Onsenbereich zum Erholen nach einer langen Wanderung.

Das ganze Hotel war sehr gepflegt und das Personal sehr freundlich. Bis auf die Besitzerin und einem Angestellten konnte das Personal zwar kein Englisch, aber uns wurde extra der englischsprachige Angestellte an die Hand gegeben. Somit war die Kommunikation kein Problem.

Auch wenn der Preis doch schon ziemlich hoch war, ist es das Erlebnis für ein bis zwei Nächte definitiv wert.

Die Anreise zum Hotel hat sich etwas schwierig gestaltet. Mit dem Zug kamen wir zwar ohne Probleme bis Yoshino, aber man muss noch einiges hoch zum Hotel. Glücklicherweise gibt es eine recht alte Gondel, mit der man auch mit Koffern nach oben kommt.

Falls du auch gerne eine Nacht dort verbringen willst, findest du hier einen Affiliate Link zum Ryokan auf Booking. Für dich ändert sich dabei nichts, aber wir würden im Falle einer Buchung eine Provision erhalten: Ryokan Kato.

Unser Zimmer im Ryokan Kato in Yoshinoyama.

Unser Zimmer im Ryokan Kato in Yoshinoyama.

Eigene Meinung

Leider waren wir etwa ein bis zwei Wochen zu früh für die Kirschblüte in Yoshinoyama. Glücklicherweise waren bereits ein paar ausgewählte Kirschen am Blühen. Aber fürs Wandern lohnt es sich auch ohne die Kirschblüte.

Der Ausflug nach Yoshinoyama war besonders spannend, weil wir beim Wandern ein Portemonnaie gefunden haben. Daher mussten wir beim Abgeben noch mit der Polizei reden und ein Formular ausfüllen.

 

Falls du noch andere Kirschblütenartikel lesen möchtest, sieh dir doch unseren Kirschblütenreport 2019 an.

One Response to “Yoshinoyama – Berghänge voller Kirschblüten

  • obwohl Yoshino sehr bekannt ist ist es absolut ruhig und überhaupt nix zu spüren vom nervigen Massentourismus wie zB in Kyoto zur kirschblüte.

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