Okayama – Schwarze Burg und weitläufiger Garten

Okayama ist Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur und bei Touristen besonders bekannt für den berühmten Koraku Garten. Dieser zählt zu den drei schönsten Landschaftsgärten Japans und liegt gleichzeitig direkt an der Burg Okayamas, so dass sich der Besuch von beidem hervorragend kombinieren lässt.

Foto der Burg Okayama

Ich persönlich finde die Brug Okayama ziemlich schick. Leider handelt es sich nur um einen Nachbau, da das Original zerstört wurde.

Sehenswürdigkeiten in Okayama

Als Inhaber des JR Rail Passes haben wir Okayama als Tagesausflug von Ōsaka aus besucht und dafür etwa eine Stunde für die Fahrt mit dem Shinkansen gebraucht. Da wir für den Ausflug nicht viel Zeit eingeplant haben, haben wir uns mit der Burg und dem Koraku-en auf die wichtigsten Ziele beschränkt.

Nachbau der Burg Okayama

Unser erster Stopp war die Burg Okayama, die direkt am Landschaftsgarten gelegen ist. Das herausragendste Merkmal der Burg ist ihre schwarze Farbe, durch die sie den Spitznamen ‘Krähenburg’ (烏城 Ujō) erhalten hat. Da die originale Burg leider im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, handelt es sich bei der heutigen Version um einen Nachbau aus Beton. Das Innere beherbergt heutzutage einige Ausstellungsstücke zur Geschichte der Burg, sowie einen handwerklichen Workshop und einen Kimono-Verleih. Von der obersten Etage aus ergibt sich ein schöner Ausblick auf die Stadt und den Koraku-en Garten. Zusätzlich hast du einen perfekten Blick auf die Shachi genannten golden Fische, die das Dach der Burg verzieren. Insgesamt ist das Innere der Burg eher klein und schnell ausgekundschaftet.

Die Burg ist täglich von 09:00 – 17:30 Uhr geöffnet und wurde bei dem Nachbau mit einem Fahrstuhl ausgerüstet. Das Ticket kannst du direkt als Kombi-Version für Burg und Garten erwerben. Mehr zu Preisen und Schließtagen erfährst du auf der offiziellen Webseite der Burg Okayama (engl.).

Aussicht aus der Burg Okayama

Von der Burg aus hat man eine schöne Aussicht auf den Koraku-en.

Koraku-en Garten – einer der schönsten Gärten Japans

Der Koraku-en in Okayama bildet zusammen mit den Gärten in Kanazawa und Mito das Trio der drei beliebtesten Landschaftsgärten Japans. Während man von der Burg den Ausblick auf den Garten genießen kann, kann man von den meisten Stellen im Park sehr gut von unten auf die Burg schauen. Die weitläufige, offene Parkgestaltung bietet dabei reichlich Platz für Picknicks mit Burgblick. Obwohl mir die Dangos der Teehäuser im Park ziemlich gut geschmeckt haben, kannst du natürlich auch einfach Snacks von Außerhalb mitbringen. Meine absolute Kaufempfehlung ist aber ganz klar Koifutter! Dieses kannst du entweder als Brotstange oder Futterkugel erwerben und den gierigen Fischen zuwerfen. Gerade am Nordufer des Sees haben sich bei meinem Besuch die Kois fast gestapelt, um an ihre Leckerchen zu kommen.

Foto der Burg Okayama vom Park aus

Im Garten kann man bequeme Picknicks mit Blick auf die schwarze Burg machen.

Wenn du deinen Spaß mit den Kois hattest, kannst du noch einen kleinen Schrein erkunden, dich in den Rasthäusern erholen oder eine Aussichtsplattform erklimmen. Natürlich verfügt der Park auch über einen dedizierten Kirschblüten-Bereich. Zu unserem Besuch Ende März waren die Bäume aber noch recht kahl. Auch die Rasenflächen waren nach dem Winter noch nicht wieder richtig grün und wirkten recht trocken und vergilbt. Während der Kenroku-en in Kanazawa mir auch in dieser Jahreszeit schon sehr gefallen hat, scheint es mir als wäre der Garten in Okayama in den wärmeren Jahreszeiten noch schöner. Geöffnet ist er dennoch durchgehend, genaue Zeiten und Preise findest du auf der englischsprachigen Webseite des Parks.

Foto der Kois im Koraku-enPark

Das Füttern der gierigen Kois war eines meiner Higlights im Koraku-en.

Weitere mögliche Ziele in Okayama

Ursprünglich hatte ich geplant nach der Burg und dem Park noch den botanischen Garten der Stadt zu besichtigen, um dort die Kirschblüte zu genießen. Da wir leider etwas zu früh für die volle Blüte waren, haben wir dies ausfallen lassen. Grundsätzlich würde mich auch die etwas nördlich gelegene Stadt Takahashi interessieren, in der sich eine kleine Altstadt und Burg befindet. Beliebt in Okayama ist ebenfalls die Kibi-Ebene, wobei ich besonders den Kibitsu Schrein besuchen würde.

Panorama Foto des Parks in Okayama

Von der Aussichtsplattform im Park kann man sich einen guten Überblick verschaffen.

Lokale Spezialitäten und Leckereien

Was wäre ein Ausflug ohne das Testen der Lokalen Spezialitäten!? In Okayama gibt es dabei einiges an Auswahl wie Okayama Bara-Sushi mit verschiedenen Meeresfrüchten und Gemüsesorten auf Sushi-Reis oder Tako-Reis mit kleinen Oktopus Stückchen. Da ich persönlich riesiger Katsudon-Fan bin, fiel meine Wahl auf das in Okayama berühmte Demi-Katsudon. Während bei normalem Katsudon ein Schnitzel mit Ei auf Reis serviert wird, wird bei Demi-Katsudon das Ei durch eine Demi-glace Sauce ersetzt. Insgesamt macht die Soße das Gericht recht kräftig und würzig, was mir sehr gut gefallen hat.

Wenn du es eher süß magst, kannst du in Okayama auch auf deinen Geschmack kommen. Die Präfektur ist nämlich für ihre süßen Obstsorten und Früchte bekannt. Allen Voran steht dabei der Pfirsich. Tatsächlich spielt sogar das berühmte Märchen Momotaro, bei dem ein junger Held aus einem Pfirsich schlüpft, in der Präfektur. Mehr Ideen für lokale Gerichte hat die offizielle Okayama Tourismusseite (engl.) (Vorsicht, nicht mit leerem Magen öffnen!).

Fot eines Demi-Katsu

Persönliche Meinung

Ich persönlich finde das Design der schwarzen Burg super schick und mochte besonders den Ausblick auf den Garten. Mit der original erhaltenen, etwa eine Stunde entfernten Burg Himeji kann es die Burg Okayama meiner Meinung nach allerdings nicht wirklich aufnehmen. Wenn du für den Koraku-en kommst, würde ich dir trotzdem raten, die Burg zumindest von außen zu betrachten.

Der Koraku-en ist ein wirklich schöner, weitläufiger Garten, mein absolutes Highlight waren die gierigen Kois. Falls du den Garten besuchst, wäre es ein absoluter Frevel, kein Koifutter zu kaufen! 😛 Ähnlich wie bei der Burg würde ich Kanazawas Kenroku-en beim direkten Vergleich jedoch den Vorzug geben.

Foto von der Aussichtsplattform des Koraku-en in Okayama

Der Vorteil an der Besuchszeit außerhalb der Hauptsaison ist, dass nicht zu viele andere Touristen im Park unterwegs waren.

Burgen und Gärten überzeugen dich doch nicht ganz? Wie wäre dann ein Ausflug zu den traditionellen Tempeln und flauschigen Rehen in Nara?

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