Nara – Hirsche, Berge und der große Buddha

Sika Hirsche im Nara Park
Sika-Hirsche im Nara Park

Nara (奈良) ist sowohl der Name einer Präfektur Japans, als auch der Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur. Die Stadt Nara ist sehr bekannt, zumal sie vor Kyoto von 710 bis 784 die Hauptstadt Japans war. Darüber hinaus verfügt die Stadt über viele bekannte religiöse Tempel und Schreine wie den Tōdaiji. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Nara ist der Nara-Park mit freilaufenden wilden Sika-Hirschen.

Obwohl die Stadt ein beliebtes Ziel für viele Touristen darstellt, kann man sie nicht mit den bekannten Hochgeschwindigkeitszügen, den Shinkansen, erreichen. Dennoch ist die Stadt von Ōsaka und Kyōto aus leicht mit einem Zug von JR zu erreichen, sodass ein Besuch mittels Rail Pass kein Problem darstellt.

Nara Park

Shikahirsch an einem Teich im Nara Park
Sika-Hirsch an einem Teich im Nara Park

Der große Nara-Park liegt am östlichen Ende der Stadt und ist vom Bahnhof in einer halben Stunde gut zu Fuß zu erreichen. Der Park ist sehr weitläufig und beherbergt über 1000 Hirsche. Diese Sika-Hirsche galten eine lange Zeit als heilig und das Töten eines Tieres konnte sogar mit dem Tod bestraft werden. Am Ende des zweiten Weltkrieges haben die Hirsche jedoch ihren heiligen Status verloren. Sie zählen aber noch immer als ein nationales Kulturerbe und sind in großen Teilen weiterhin geschützt. Die Hirsche sind die großen Menschenmassen im Park bereits gewöhnt und daher nicht sehr scheu. Nichtsdestotrotz sollte man bedenken, dass es wilde Tiere sind und etwas vorsichtig sein. Im ganzen Park verteilt findet man auch Schilder, die daran erinnern, dass es sich um wilde Tiere handelt. Neben den Hirschen bietet der Nara-Park eine wunderschöne Landschaft sowie einige Tempel und Schreine. Deshalb lohnt es sich etwas Zeit mitzubringen und den Park zu erkunden.

Hirsche Füttern

Besonders am Eingang des Parks findet man viele kleine Verkaufsstände, an denen man für 150 Yen einen Stapel Kekse kaufen kann. Diese Kekse sind dabei zum Verfüttern an die Hirsche gedacht und dementsprechend tummeln sich öfters auch einige Hirsche darum. So findet man sehr schnell viele neue Freunde, wenn man einen Stapel dieser Kekse mitnimmt. Um nicht zu viel Hirschaufmerksamkeit auf sich zu ziehen, empfehlen wir die Kekse hirschsicher zu verwahren

Während viele Touristen diese Kekse einfach direkt an die Hirsche verfüttern, kann man sie auch mit einem kleinen Trick dazu bringen sich zu Verbeugen. Dafür zeigt man ihnen den Keks, aber hält ihn dann über dessen Kopf. Wenn sich der Hirsch dann verbeugt hat, belohnt man ihn mit dem Keks. Am besten klappt dies mit den älteren Tieren im Park, bei den Jüngeren braucht man manchmal etwas Geduld. Es geschieht schnell, dass beim Füttern noch weitere gierige Tiere erscheinen und einen Keks erhaschen wollen und manchmal ungehobelt werden. Daher empfehlen wir immer nur einzelne Kekse zum Füttern herauszunehmen. Meist lassen die Tiere von einem ab, wenn man ihnen die leeren Hände zeigt.

Tempel Tōdaiji 東大寺

Der Donbutsoden des Todaiji
Der Daibutsu-den des Tōdaiji in dem die größte Bronzestatue eines Buddha steht

Der bekannteste Tempel in Nara ist der Tōdaiji (東大寺), der im Nordwesten des Nara-Parks gelegen ist. Daher bietet es sich an diesen mit einem Parkbesuch zu verbinden. Der Tempel beherbergt die weltgrößte Bronzestatue eines Buddha, einen Daibutsu. Dieser steht in dem Hauptgebäude des Tempels, dem Daibutsu-den, und wurde im Jahr 752 fertiggestellt. Im Jahr 855 bekam der Buddha aber einen neuen Kopf, weil der vorherige nicht hielt.

Gegen eine Gebühr von 600 Yen pro Person kann man das Tempelgelände und auch den Daibutsu-den betreten. Neben dem großen bronzenen Buddha sind noch weitere buddhistische Statuen untergebracht. Außerdem wird mit Miniaturmodellen gezeigt wie der Tempel vor den bisher zwei Restaurationen wegen Feuern aussah. Am Ende des Rundgangs gibt es einen kleinen Souvenirladen, die viele Artikel mit den beiden Maskottchen von Nara anbieten, Sentokun und Shikamarukun. Der Daibutsu-den ist bereits von außen sehr schön anzusehen, besonders wegen der Shibi auf dem Dach, die an ein Hirschgeweih erinnern – den besten Blick darauf erhält man selbstverständlich vom Tempelgelände selbst.

Blick auf Nara vom Wakakusa
Eine herrliche Aussicht über Nara vom Berg Wakakusa

Berg Wakakusa

Eine weitere Sehenswürdigkeit, vor allem für Freunde des Wanderns, ist der Berg Wakakusa im Osten des Parks. Gegen eine kleine Gebühr von 150 Yen erhält man Zutritt zu dem ganzen Gebiet des kleinen Berges, in dem sich auch Hirsche aufhalten. Der Berg ist in drei kleine Hügel aufgeteilt. Der Pfad zum ersten Hügel geht ein wenig durch den Wald, aber nach wenigen Minuten ist man oben angekommen und kann den ganzen Park und die Stadt überblicken. Wem das nicht genügt kann noch etwas weiter hinauf, zu den beiden folgenden Hügel, die sind aber noch etwas weiter von der Stadt entfernt. Ganz oben auf dem letzten Hügel tummeln sich auch wieder viele Hirsche und deutlich weniger Touristen. Zusammen mit dem Überblick über das ganze Gebiet ist das ein wunderschöner Anblick.

 

Persönliches Fazit

Ich würde Nara und den Nara-Park jedem empfehlen, der in die Nähe kommt. Es ist einfach unglaublich erheiternd, wenn sich die Hirsche beim Füttern vor einem verbeugen. Zumal sie auch sonst bereits sehr niedlich anzuschauen sind. Außerdem empfinde ich den Tōdaiji als einen der schönsten Tempel durch den verniedlichenden Dachschmuck. Allerdings sollte man bei einem Tagesausflug den Wetterbericht im Auge behalten, da es an einem regnerischen Tag sicherlich nicht so unterhaltsam ist. Auch wenn es noch einiges mehr in Nara zu entdecken gibt, das sicherlich spannend ist, war ich dennoch nur auf einen Tagesausflug von Ōsaka aus in Nara. Ich werde jedenfalls versuchen dem Park bei der nächsten Japanreise wieder zu besuchen. Allerdings dann vermutlich etwas kürzer, um noch weitere Besonderheiten von Nara zu erkunden.

 

2 Responses to “Nara – Hirsche, Berge und der große Buddha

  • Dirk Kaufmann
    11 Monaten ago

    lol * hirschsicher * ist gut. 😀 da spricht wohl jemand aus Erfahrung ?
    und so korrekt .
    Es soll ja Leute geben ,die haben diese armen Tierchen als Rehe bezeichnet grins 😛

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