Die Japansehnsucht stillen mit Yakuza: Like a Dragon

Da aktuell kaum ans Reisen zu denken ist, bin ich schwer von Japansehensucht betroffen. Zum Glück habe ich mit dem Videospiel Yakuza: Like a Dragon eine Möglichkeit entdeckt virtuell durch Japan zu schlendern und mich von der Realität abzulenken. Hier möchte ich euch meine Highlights der Präsentation Japans in diesem JRPG vorstellen.

Screenshot aus Yakuza: Like a Dragon mit Blick auf den Hafen Yokohamas.

Mit Yakuza: Like a Dragon kann man nicht nur ein fesselndes JRPG Abenteuer erleben, sondern auch die Japansehnsucht stillen.

Schlendern durchs virtuelle Japan

Für mich ist Yakuza: Like a Dragon der erste Teil dieser Spielreihe und wirklich aufmerksam darauf bin ich nur durch einen Screenshot geworden. Dieser war eigentlich recht schlicht und zeigte ausschließlich den Hauptcharakter innerhalb der Spielwelt. Allerdings war im Hintergrund ein Restaurant der Kette Ikinari Steak zu sehen, was bei mir sofort Fernweh ausgelöst und die Kaufentscheidung besiegelt hat. Obwohl die Schauplätze des Spiels nicht 1 zu 1 der echten Welt entsprechen, ist die Darstellung doch detailliert und wirklichkeitsnah, wodurch mir bereits einfach durch die Gegend laufen Spaß macht.

Screenshot aus Yakuza: Like a Dragon, der ein Ikinari Steak Restaurant zeigt.

Wer schon einmal durch Japan gereist ist, ist bestimmt schon mal über ein Ikinari Steak gestolpert.

Schauplätze in Yakuza: Like a Dragon

Trotz der geänderten Namen der einzelnen Viertel in Yakuza, ist doch recht schnell klar an welchen echten Orten sich die Designer orientiert haben. Das Spiel beginnt so in Kamurocho – einer virtuellen Version von Tōkyōs Kabukichō. Hier finden sich überall Clubs, Bars und andere Institutionen des Nachtlebens wie die omnipräsenten ‚gratis Informationscenter’ (無料案内所 Muryōannaisho). Gerade durch die vielen Leuchtreklamen trifft das Spiel genau den Charme des Stadtteils.

Screenshot aus Yakuza: Like a Dragon im Kamurocho Gebiet.

Wie im echten Kabukichō gibt es im Spiel unendlich viele Leuchtreklamen, wodurch gerade bei Nacht eine tolle Stimmung aufkommt.

Später im Spiel macht man zudem einen Ausflug nach Dōtonbori in Ōsaka (bzw. Sotenbori). Hier kann man den berühmten Kanal bewundern und es gibt sogar eine Referenz auf die berühmte Glico-Man Reklametafel. In den Hauptstraßen des Gebiets findet man zudem viele andere aus Ōsaka bekannte Werbeikonen wie die riesigen, bewegten Krabben oder den Kugelfisch. Fehlen tut leider der ikonische Don Quijote.

Screenshot aus Yakuza: Like a Dragon in Osaka

Selbst in Yakuza ist Ōsaka besonders bekannt für Essen und ausgefallene Werbeflächen.

 

Den Hauptteil des Spiels verbringt man im sehr viel schlichteren Yokohama, welches eher an den japanischen Alltag erinnert. Der im Spiel als Isezaki Ijinchō bezeichnete Bereich bildet dabei den Shopping-District Isezakichō ab, welcher wohl bei den meisten Touristen nicht sonderlich bekannt ist. Zusätzlich gibt es aber auch einen Bereich der an das Chinatown in Yokohama angelehnt ist und man kann aus der Ferne auf Minato Mirai blicken.

Screenshot aus Yakuza: Like a Dragon in Yokohama

Yokohama ist deutlich schlichter als die anderen Gebiete des Spiels, erinnert mich aber dafür umso mehr an das Alltagsleben in Japan.

Japanische Kultur und Japanisch in Yakuza: Like a Dragon

Wie bereits in dem Beispiel mit Ikinari Steak erwähnt, ist eine der Besonderheiten bei Yakuza, dass viele bekannte Marken im Original dargestellt werden. So verkaufen die Getränkeautomaten unter anderem BOSS Kaffee oder Suntory Mineralwasser und man kann bei Gidanco essen oder im Sega Gamecenter am Greifarmautomaten zocken. Dies sind zwar nur Kleinigkeiten, die zudem Hauptsächlich der Werbung dienen, aber für mich haben sie die Immersion in die Spielwelt deutlich erhöht.

Screenshot aus Yakuza: Like a Dragon, welcher ein Sega Gamecenter in Tokyo zeigt

Ich liebe Game Center und verbringe im echten Leben wie auch im Spiel gerne Zeit an den Greifarmautomaten.

Selbst nicht lizenzierte Geschäfte, wie die virtuelle Konbini-Kette Poppo erinnern stark an die Wirklichkeit in Japan – Zeitschriften am Fenster, ATM in der Ecke, ordentlich sortierte Onigiri in der Kühlung und heiße Gerichte an der Kasse sind selbstverständlich. So wird man beim Spielen ständig mit Erinnerungen an Japan konfrontiert, die das Spielerlebnis für mich zu etwas ganz besonderem machen.

Vergleich eines Screenshots mit der echten Welt für den Bereich Dotonbori in Osaka

Obwohl die Schauplätze in Yakuza nicht komplett der Wirklichkeit entsprechen, ist doch Vieles wiederzuerkennen.

Story und Charaktere in Yakuza: Like a Dragon sind zwar etwas übertrieben und abgedreht, aber dennoch werden auch tiefergehende Themen der japanischen Kultur angesprochen. So erlebt man beispielsweise einige Tage im Leben der Obdachlosen Yokohamas mit. Dabei lernt man, dass diese Dosen sammeln um etwas Geld zu verdienen. Wenn ihr bereits einmal abends durch eine japanische Großstadt gelaufen seid, sind euch bestimmt die Obdachlosen mit ihren Säcken voller Dosen und ihren behelfsmäßigen Papphäusern begegnet.

Zusätzlich erhält man Einblicke in Themen, die für Touristen eher unzugänglich sind wie die Arbeitssuche beim Arbeitsamt oder die Sexindustrie. Schlussendlich finden sich kulturelle Aspekte selbst in den kleinsten Details des Spiels, so ziehen die Charaktere beispielsweise stets die Schuhe aus, bevor sie Tatamizimmer betreten.

Screenshot einer Obdachlosensiedlung aus Yakuza: Like a Dragon

Nicht nur die attraktiven Bereiche japanischer Städte werden in Yakuza portraitiert. So finden sich beispielsweise auch Obdachlosensiedlunge im Spiel.

Komplette Immersion mit Japanischkenntnissen

Natürlich kommen auch Lernende der japanischen Sprache mit Yakuza: Like a Dragon voll auf ihre Kosten. Wie im echten Japan finden sich so überall Reklametafeln für Restaurants und Shops, die angebotene Produkte auflisten. Selbst im Konbini kann man so die Beschriftungen einzelner Onigiri lesen. Zudem finden sich aus der echten Welt bekannte Schilder wie ‘Nicht die Tauben füttern!’ oder ‘Müll-Abladen verboten!’ in japanischer Schrift an angemessenen Orten. Zusammen mit der sehr gelungen japanischen Sprachausgabe erreicht man so mit Japanischkenntnissen ein noch höheres Maß an Immersion.

Screenshot einiger japanischer Werbetafeln aus Yakuza

Durch die vielen Reklametafeln und Hinweisschilder wird man ständig mit japanischer Schrift konfrontiert.

Gameplay und Story von Yakuza: Like a Dragon

Mich hat zwar direkt ein einzelner Screenshot zum Kauf des Spiels gebracht, aber auch das Gameplay und die Story haben mich vollkommen überzeugt.

Yakuza: Like a Dragon spielt sich wie ein klassisches JRPG mit rundenbasierten Kämpfen und Jobsystem. Insbesondere Spieler der Dragon Quest Serie werden sich hier sofort zurecht finden. Da Yakuza in der echten Welt spielt, kann man jedoch keine klassischen RPG Jobs übernehmen. Stattdessen können die Charaktere als Obdachloser, Idol oder Wahrsager in den Kampf ziehen. Auf den Straßen der Städte wandeln zahlreiche Schurken wie Hosts, Schläger oder natürlich Yakuza. Diese verwickeln die Gruppe in Kämpfe und hinterlassen Belohnungen sowie Erfahrungspunkte.

Screenshot des 'Bewaffneter Otaku' Gegners aus Yakuza

Das Spiel nimmt sich selbst häufig nicht zu ernst – was sich beispielsweise an dem Design der Gegner erkennen lässt.

Story, Nebenquest und Minispiele

Die Story und Charaktere sind ziemlich verrückt, aber gleichzeitig liebenswürdig und unterhaltsam. Obwohl man so ständig mit ernsten Themen wie Prostitution, Bandenkriminalität und Mord konfrontiert ist, gibt es unzählige super alberne Szenen, die die Stimmung wieder aufhellen. Zudem ist der Hauptcharakter Ichiban eine wirklich liebenswürdige Persönlichkeit, wenn auch nicht gerade mit hoher Intelligenz gesegnet. Besonders positiv stechen für mich die Nebenquest heraus. Diese erzählen alle eigene kleine Geschichten, welche gewöhnlich extrem absurd und lustig sind. Beispielsweise hilft man der Nachbarschaft einen Wildpinkler zu stellen, unterstützt eine Reisebegleitung mit Panikattacken dabei eine Führung durch Chinatown zu überstehen oder bietet einem nackten Mann, der nur durch Badeschaum bedeckt ist, Geleitschutz zum nächsten Bekleidungsgeschäft. So ist es eines der wenigen Spiele, bei denen ich mich jedes Mal über neue Nebenquest gefreut habe.

Abgerundet wird das Spielerlebnis durch diverse Minispiele, die von normalen Aktivitäten wie Karaoke oder Mahjong bis zu kuriosen Herausforderungen wie dem Wachbleiben während eines Kinofilms oder dem Dosensammeln auf einem Fahrrad reichen.

Screenshot vom fehlgeschlagenen Minispiel

In einem der unendlichen Minispiele kann Ichiban seine Parameter wie Intelligenz durch Multiple Choice Tests verbessern… oder es zumindest versuchen.

Persönliches Fazit zu Yakuza: Like a Dragon

Wahrscheinlich ist es innerhalb des Artikels schon ziemlich deutlich geworden, aber ich habe mich total in Yakuza verliebt. Neben der detaillierten Darstellung von Japan, sind besonders der trashige Humor und die liebenswürdigen Charaktere dafür verantwortlich. Da Like a Dragon eine neue Handlung abseits der vorherigen Yakuza Titel bietet, konnte ich das Spiel ohne Vorkenntnisse genießen. Da es mir so gut gefallen hat, bin ich inzwischen aber bereits dabei den Rest des Yakuza-Franchises nachzuholen.

Screenshot einiger Werbetafeln in Yakuza_Like a Dragon, die an Glico Man in Osaka erinnern

Insbesondere Ōsaka hat mir im Spiel extrem gut gefallen.

Was sind deine Empfehlungen um in der aktuellen Situation seine Japansehnsucht zu stillen?

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