Rundreise 2019 – Tōkyō, Ōsaka, Yoshinoyama, Kawaguchiko

Dieses Jahr (2019) waren ich und mein Freund das erste Mal zur Kirschblütenzeit in Japan unterwegs. Die Reise hat Ende März begonnen und wir waren für etwas mehr als 2 Wochen in Japan, wobei wir eine Woche mit dem JR Rail Pass herumgereist sind. Bis auf zwei etwas abgelegene Reisepunkte, waren es sehr gewöhnliche Reiseziele. Dennoch kamen wir überall auch mit Englisch ganz gut zurecht, selbst in der etwas ländlicheren Gegend, konnte ein ausländischer Hotelmitarbeiter gut Englisch sprechen.

Reiseroute

Hier möchte ich euch unsere Reiseroute kurz vorstellen, zusammen mit ein paar Worten, was wir vor Ort gemacht haben. Dabei werde ich kurz berichten was wir während unserer Reise für Ziele angesteuert und erlebt haben.

Tag 1 – Ankunft in Haneda, Tōkyō

  • Umtausch des Rail Pass Vouchers direkt am Flughafen mit Start 2 Tage später, damit wir an dem Tag direkt in der Früh starten konnten.
  • Einchecken in unser Hotel in Shinjuku in Tōkyō. Da es noch mittags war, meinen Freund dazu bringen sich nicht erstmal hinzulegen.
  • Abends mit Leslie und ihrem Mann in Akihabara treffen, um zusammen unsere ersten Ramen des Jahres bei Ikkakuya Ramen zu genießen. Außerdem etwas Otaku-Shopping. 😉
Pink und weiß blühende Kirschbäume

Zum Anfang der Kirschblüte im Gyoen Park waren noch nicht viele Bäume am Blühen.

Tag 2 – Tōkyō und Shinjuku Gyoen erkunden

  • Wegen Jetlag erst etwas spät aus dem Bett gekommen.
  • Gegen 11 Uhr waren wir dann im Park Shinjuku Gyoen. Obwohl die Kirschblüte erst am Anfang war und deshalb noch nicht alle Bäume blühten, war es dennoch bereits sehr beeindruckend. Besonders die knallpinken Blüten fand ich sehr schön.
  • Nachmittags waren wir ein wenig Shibuya und Harajuku erkunden. Den berühmten  Crêpes aus Harajuku können wir nie widerstehen.
  • Abends in einem Gyoza Restaurant, das mir von einer japanischen Freundin empfohlen wurde, direkt bei unserem Hotel essen. Gyoza satt. 🙂
Blick auf die Burg Osaka mit Brücke zur Burg

Die Burg Osaka ist trotz weniger blühenden Kirschen ein beeindruckender Anblick.

Tag 3 – Auf nach Ōsaka

  • Da der Rail Pass schon eingelöst war, konnte es nach Platzreservierung direkt losgehen Richtung Ōsaka mit dem Shinkansen.
  • Vom Shinkansen aus hatten wir das erste Mal klare Sicht auf den Fuji. Alle Ausländer sowie einige Japaner haben wild nach dem Fenster mit der besten Sicht gesucht.
  • In Ōsaka angekommen erstmal die Koffer ins Hotel bringen und dann nach einem Okonomiyaki Restaurant suchen.
  • Abends mit Arbeitskollegen, die wegen einer Konferenz in Ōsaka waren, etwas trinken.
Das Riesenrad im Hafengebiet von Osaka mit Kirschblüte.

Bereits von außen wirkte die Höhe des Riesenrads auf mich beängstigend.

Tag 4 – Burg Ōsaka erkunden

  • Auf zur Burg Ōsaka und die Gegend herum erkunden. In der Burg waren wir nicht, uns hat die beeindruckende Ansicht von außen gereicht.
  • Leider waren nur vereinzelt ein paar Kirschen am Blühen, da unsere Reise etwas früh war.
  • Danach haben wir den Hafenbereich um das Aquarium Kaiyūkan erkundet. Mein Freund hat mich noch genötigt in das Riesenrad dort zu gehen – dabei habe ich schreckliche Höhenangst.
  • Die Fahrt mit dem Riesenrad waren die vermutlich längsten 15 Minuten meines Lebens, aber die Aussicht war gut und ich würde im Nachhinein sagen, dass es sich gelohnt hat.
  • Am Abend haben wir ein paar Gay Bars in Ōsaka besucht und waren auch auf einer etwas schrägen Party. 😀
Eingang zum Inari-Taishain Schrein.

Der Inari-Taishain Schrein war leider sehr überlaufen.

Tag 5 – Tagesausflug nach Kyōto

  • Ausflug nach Kyōto, um ein paar Kirschblütenspots zu besuchen.
  • Nach Ankunft am Hauptbahnhof war unsere erste Anlaufstelle der Inari-Taisha Schrein, da wir den noch nicht gesehen hatten. Leider war er unglaublich überlaufen und man wurde eher durch die Tori geschoben, anstatt das man selbst gemütlich gehen konnte.
  • Danach haben wir uns zu Fuß in Richtung Philosopher’s Path aufgemacht und sind dabei auch durch Gion geschlendert.
  • Am Philosopher’s Path angekommen, war leider nur einer der Kirschbäume bereits am Blühen, daher war es etwas enttäuschend.
  • Dann ging es mit dem Bus Richtung Arashiyama zum Bambuswald. Den Rest des Tages haben wir dort am Fluss verbracht.
Philosophers Pfad in Kyoto.

Leider waren die Kirschbäume am berühmten Philosophers Pfad noch alle geschlossen.

Tag 6 – Auf in die Natur, nach Yoshinoyama

  • Mit dem Zug ging es Richtung Yoshinoyama. Da es eine ländliche Region ist, fuhr natürlich kein Shinkansen. Wir mussten ein wenig aufpassen mit den Zügen, da wir trotz Rail Pass nicht mit allen fahren durften.
  • In Yoshinoyama angekommen mussten wir erstmal herausfinden, wie wir zu unserem Ryokan weiter nach oben kommen – zusammen mit unseren Koffern. Glücklicherweise gab es eine Gondel, die wir nehmen konnten – auch wenn sie weder günstig war, noch besonders sicher oder vertrauenserweckend wirkte.
  • Noch ein wenig durch den Ort gelaufen und schonmal grob erkunden und dann den Abend im Onsen vom Ryokan ausklingen lassen.
Aussicht auf die kleine Siedlung in Yoshinoyama vom Hanayagura Aussichtspunkt.

Aussicht auf die kleine Siedlung in Yoshinoyama vom Hanayagura Aussichtspunkt.

Tag 7 – Lange Wandertour durch die Berge

  • Im Ryokan haben wir viele mögliche Wanderrouten in Erfahrung gebracht und uns dann spontan natürlich für die längste Route entschieden. Die Karte, die wir bekommen haben, war zwar nur sehr grob, aber dank Google Maps gab es kein Problem dadurch.
  • Bei der Wanderung haben wir sehr viele der Tempel und Schreine besichtigt. Während die meisten Kirschbäume in der Natur noch geschlossen waren bzw. die Blüten sich gerade erst öffneten, waren sie an den Tempeln und Schreinen bereits am Blühen.
  • Bei der Wanderung haben wir ein Portemonnaie eines Japaners gefunden. Auf dem Rückweg zum Ryokan wollten wir es in der kleinen Polizeistation im Ort abgeben. Da keiner dort war, haben wir es dann im Hotel an der Rezeption abgegeben und sie haben dann die Polizei kontaktiert. Später am Abend kam die Polizei noch vorbei und hat uns ein paar Fragen dazu gestellt wann und wo wir das Portemonnaie gefunden haben und sich bedankt.

Die Innendekoration des Frenz Frenzy ist bunt gehalten.

Tag 8 – Zwischenstopp in Ōsaka

  • Traurige Abreise aus Yoshinoyama. Hier wären wir auch gerne noch länger geblieben, um dann den Ort in voller Blüte zu sehen. Aber es war auch so sehr schön.
  • Wir haben ein Abschiedsgeschenk vom Ryokan erhalten, weil wir so ehrlich waren und das Portemonnaie abgegeben haben.
  • Eigentlich war mein ursprünglicher Plan jetzt Richtung Nagoya zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen. Aber der Weg wäre so lange gewesen, dass es sich kaum gelohnt hätte. Daher sind wir erstmal nur zurück nach Ōsaka gefahren und haben ein paar Gesichter in den Gay Bars wiedergesehen. 😉
Verschiedenfarbene Kirschbäume in voller Blüte.

Zur vollen Blüte waren fast nurnoch weiße Kirschblüten zu finden. Die meisten farbigen waren bereits verblüht.

Tag 9 – Zurück nach Tōkyō und Shinjuku Gyoen in voller Blüte

  • Am letzten Tag mit dem Rail Pass ging es dann zurück nach Tōkyō. Wieder in das altbekannte Shinjuku. Vom Shinkansen hatten wir erneut perfekte Sicht auf den Fuji.
  • Wieder in Shinjuku sind wir nochmal in den Gyoen Park gegangen. Die Bäume waren in voller Blüte und daher war es ziemlich voll. Dennoch war es unglaublich schön. Egal in welche Richtung man geschaut hat, es war alles voller Kirschblüten. Allerdings hauptsächlich noch weiße Blüten. Die pinken Kirschbäume waren bereits verblüht.
  • Abends haben wir dann den Gay Distrikt in Shinjuku unsicher gemacht. 😉
Foto des Flusses und der Kirschbäume in Meguro.

Das Ufer des Meguro Fluss ist an beiden Seiten mit Kirschbäumen bepflanzt.

Tag 10 – Am Meguro River in Tōkyō unter Blüten spazieren

  • Am nächsten Tag haben wir noch ein paar andere Kirschblütenspots erkundet wie den Yoyogi Park. Am schönsten fanden wir es an dem Tag aber am Meguro River entlang zu laufen unter all den weißen Kirschblüten.
  • Gegen Abend haben wir noch einen Freund besucht, den ich im vorherigen Jahr kennengelernt habe. Wir waren etwas außerhalb Tōkyōs zusammen Ramen essen und dann das erste Mal beim Karaoke. Dank Getränkeflatrate inklusive Alkoholes, habe ich mich auch getraut ein paar Lieder zu versuchen.

Tag 11 – Auf das Rathaus in Shinjuku und Otakushopping

  • An diesem Tag haben wir es etwas ruhiger angehen lassen. Wegen des guten Wetters sind wir zum Rathaus in Shinjuku gefahren, um von dort die Sicht auf Tōkyō und vielleicht den Fuji zu genießen.
  • Es war unglaublich voll und wir mussten etwa 30 Minuten warten, bis wir endlich das Rathaus hochkamen. Leider war die Sicht nicht ganz so klar wie erhofft und wir konnten den Fuji nicht sehen.
  • Danach ging es ein bisschen durch Ikebukuro und Akihabara zum Otakushopping und in ein paar Game Arcade Center.
Foto des Fuji mit einzelnen Kirschblüten.

Während in Tokyo die Kirschblüten bereits in voller Blüte waren, haben sie in Kawaguchiko gerade erst begonnen.

Tag 12 – Bustour nach Kawaguchiko

  • Beim Auschecken in Shinjuku haben wir nachgefragt, ob wir unsere Koffer dort lassen können, da wir nach 2 Nächten am Kawaguchiko wiederkommen. Das war kein Problem soweit – nur brauchten sie erneut eine Kopie meines Reisepasses. Was uns wegen des Gesprächs nicht aufgefallen ist: Ich habe meinen Pass nachdem sie eine Kopie gemacht haben nicht wiederbekommen. ^^’
  • In der Früh ging es los Richtung Busbahnhof in Shinjuku in voller Hoffnung gleich nach Kawaguchiko aufzubrechen. Da wir allerdings nicht so klug waren uns die Tickets ein paar Tage vorher zu kaufen, mussten wir noch einige Stunden Shinjuku unsicher machen bevor wir dann tatsächlich mit dem Bus aufbrechen konnten.
  • Die Bustour war sehr entspannt, der Bus hatte sogar kostenfreies WLan, das auch sehr gut funktioniert hat.
  • Bereits vom Bus aus konnte man nach einiger Zeit den immer näher kommenden Fuji in voller Pracht bewundern. Nach Ankunft ging es erstmal Richtung See und von dort einige Bilder vom Fuji.
  • Am Hotel angekommen suche ich im Rucksack meinen Reisepass und konnte ihn nicht finden: leichte Panik! Da ich zur Sicherheit ein Bild gemacht hatte davon (genau für solche Fälle) konnten wir dennoch erstmal einchecken und beim Hotel in Shinjuku anrufen. Sie haben sich gefühlt 100 Mal entschuldigt und meinten sie hätten mir auch schon eine Email geschrieben – leider nur konnten sie meine handgeschrieben Emailadresse wohl nicht entziffern. Aber immerhin Erleichterung, dass der Reisepass nicht einfach weg war.

Tag 13 – Klare Sicht auf den Fuji

  • Die nächsten Tage drehte sich dann natürlich alles um den Fuji und den Kawaguchiko.
  • Zuerst ging es in aller früh auf den Berg Tenjō mit der Seilbahn. Glücklicherweise sind wir sehr früh da gewesen und konnten dadurch direkt hoch. Als wir wieder heruntergekommen sind, gab es eine riesige Warteschlange.
  • Danach ging es zu Fuß um den Kawaguchiko. Natürlich nicht komplett, aber wir sind schon sehr weit gekommen. Die meiste Zeit konnten wir dabei sehr nah am Seeufer entlang schlendern. Die Kirschbäume hier waren auch fast alle noch geschlossen. Da es hier deutlich kälter war, war das aber auch nicht weiter verwunderlich.
  • Immer wieder haben wir halt gemacht und von unterschiedlichen Punkten Bilder vom Fuji gemacht.
  • Als wir wieder zurück waren, war es bereits abends. Eventuell hätten wir besser ein Fahrrad genommen, damit wäre es viel schneller gegangen.
Die Aussicht auf den Fuji vom Berg Tenjo aus.

Die Aussicht auf den Fuji vom Berg Tenjo aus.

Tag 14 – Mit dem Bus zurück nach Tōkyō

  • Wir hatten überlegt heute in den Freizeitpark Fuji-Q-Highland in Kawaguchiko zu gehen. Allerdings hatten wir für unsere Reise nur recht sommerliche Kleidung dabei und es war auch ohne Geschwindigkeitsrausch recht kühl.
  • Daher ging es recht unspektakulär mit dem Bus zurück nach Shinjuku. Noch ein paar Teile  Shinjukus erkunden, die wir noch nicht kannten.
  • Endlich wieder meinen Reisepass in den Händen haltend waren wir dann wieder in unserem Lieblingshotel und haben uns im heißen Bad entspannt.
Ein kleiner Park mit blühenden Kirschbäumen und wenigen Besuchern.

Etwas abgelegenere Plätze bieten auch ohne viel Trubel die Möglichkeit Kirschblüten zu sehen.

Tag 15 – Der letzte Tag

  • Den letzten Tag unserer Japanreise haben wir uns nicht viel vorgenommen. Wir sind einfach ein bisschen hier und dort an Flussufern entlang geschlendert. Dabei haben wir natürlich viele Kirschblüten bewundert. Dadurch sind wir an einigen schönen und nicht so überlaufenen Kirschblütenspots vorbeigekommen.<
  • Ohne Google Maps hätten wir uns an dem Tag vermutlich komplett verirrt, da wir einfach nur nach Gefühl hingelaufen sind, wo es schön aussieht. 😉

Tag 16 – Zurück nach Deutschland

  • Am Flughafen in Haneda gab es noch ein paar letzte Abschieds-Ramen und dann hat der lange Flug zurück nach Deutschland begonnen.

Fazit

Wie jedes mal hat mir die Japanreise sehr großen Spaß gemacht. Ich bin weniger der große Pläneschmieder und habe immer nur grob im Kopf, was ich alles machen will. Gerade mit der Busreise und einigen Wartezeiten hätte ich eventuell mehr planen sollen – aber ich finde es meist entspannter ohne festen Zeitplan. Besonders gefallen haben mir hier Yoshinoyama und Kawaguchiko. Ich liebe Tōkyō zwar und werde es wohl bei keiner Japanreise auslassen, aber die ländlichen Gegenden habe ich davor sehr wenig erkundet – auch weil ich mich in Japanisch noch nicht sehr sicher fühle. Das positive Highlight der Reise war für mich die Wanderung durch Yoshinoyama, das negative offensichtlich die Panik meinen Reisepass verloren zu haben. 😉

 

Warst du auch schonmal in einer ländlichen Gegend in Japan unterwegs? Wie gut bist du dort zurechtgekommen? Erzähl es uns gerne in einem Kommentar!

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