Otaku-Shopping Guide: Manga, Figuren und Mehr

Games, Manga, Anime – Japan ist das Zentrum einer weltweit bekannten Popkulturbewegung. Wenn du dich als Fan siehst, empfehle ich dir etwas Otaku-Shopping in deine Reiseplanung aufzunehmen. Schließlich kannst du in Japan viele Angebote und Produkte finden, die so in Europa schwer zu bekommen sind. Wo du außerhalb vom berühmten Akihabara noch Merchandise finden kannst und welche Produkte von diversen Ladenketten angeboten werden, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Merchandise von Manga bis Animefiguren

Die japanische Popkultur bietet einen sehr großen Umfang an verschiedenen Produkten. Egal ob du die Originalwerke deiner Lieblingsserie lesen, dich durch passende Shirts als Fan zu erkennen geben oder deine Wohnung mit hochqualitativen Animefiguren dekorieren möchtest – zu kaufen gibt es fast alles. Gerade in bekannten Otaku-Nachbarschaften unterscheidet sich der Aufbau der Shoppingmeilen von denen in Deutschland. Statt Läden mit großzügigen Schaufenstern im Erdgeschoss findest du dort häufig viele verschiedenen Läden im gleichen Hochhaus. Da es ohne Sprachkenntnisse für die meisten Besucher eher unheimlich ist unbekannte Läden ohne einsehbare Ladenfläche zu betreten, beschreibe ich dir im Folgenden was es grundsätzlich für Produkte gibt und in welchen Ladenketten du danach suchen kannst.

Foto der Otaku-Shopping Meile Akihabara

Der Bereich Rund um den Akihabara Bahnhof ist besonders bekannt fürs Otaku-Shopping.

Originalwerke: Manga, Anime, CDs, Games und mehr

Falls du dein Japanisch verbessern und die Macher deiner Lieblingsserien unterstützen möchtest, lohnt es sich einige Originalwerke zu kaufen. Während analoge Werke wie Manga selbstverständlich weltweit verwendet werden können, solltest du bei digitalen Produkten darauf achten, ob du sie auf deinen europäischen Geräten abspielen kannst. Grundsätzlich sollten CDs und DVDs ohne Probleme funktionieren, während Blu-Rays nicht dem deutschen Regionalcode besitzen und daher nicht abgespielt werden können. Bei Videospielen ist die Kompatibilität von der Plattform abhängig, weswegen du dich im Vorfeld informieren solltest.

Die Sortierung der Produkte unterscheidet sich etwas von der in Deutschland und hängt zum Teil auch vom besuchten Geschäft ab. Zunächst sind die Produkte grob vorsortiert – Manga nach Verlag, Games nach System und CDs nach Genre. Innerhalb der Kategorie ist dann meist anhand des japanischen Silbenalphabets sortiert. Da die Produktnamen auch häufig nur in japanischer Schrift abgedruckt sind, kann es so eine Weile dauern bis du alles gefunden hast. Schneller geht es, wenn du den originalen japanischen Namen des Produktes raussuchst und dem Personal zum Beispiel auf deinem Smartphone vorzeigst.

Neuware aus den genannten Bereichen findest du bei Ladenketten, die du in verschiedenen Gegenden finden kannst:

  • Otaku-Shops wie Animate, Gamers, …
  • Buchhandlungen wie Kinokuniya, Sanseido, …
  • Elektroläden wie Bic Camera, Yodobashi, Softlab, …
  • Musikgeschäfte wie Tower Records

Gebrauchtware wird ebenfalls von verschiedenen Ketten innerhalb Japans verkauft:

  • Verschiedene Gebrauchtwaren wie Bücher, Games, DVDs gibt es bei der Book-off Kette sowie den spezialisierten Geschäften Hobby-off, Hard-off, …
  • Otaku-Shops: Lashinbang, Mandarake, Melonbooks
  • Retro-Games: Super Potato
Foto von Figuren aus der Serie My Hero Academia

Animefiguren gibt es in den verschiedensten Variationen. Hier seht ihr Preisfiguren zur Serie My Hero Academia.

Anime und Actionfiguren

Eine beliebte Merchandise-Kategorie sind Figuren zu Charakteren aus Animes und Games. Dabei gibt es viele verschiedene Arten von Figuren, die entweder über Gelenke bewegt werden können oder eine feste Pose aufweisen. Japanische Marken für bewegliche Figuren sind dabei beispielsweise Figma oder Nendoroid, wobei letztere Charaktere in einer verniedlichten und kleineren Version darstellen. Auch bei Figuren mit fester Pose gibt es viele Hersteller und Preiskategorien. Günstige Figuren haben dabei gewöhnlich weniger Details und können kleine Fehler aufweisen. Diese werden häufig als Preis in Spielhallen oder Lotterien angeboten und daher als Preisfiguren bezeichnet. Teurere Figuren werden meist in geringen Stückzahlen hergestellt und können so schnell vergriffen sein. Diese Figuren versuchen Charaktere möglichst originalgetreu darzustellen und auch ihre Größenverhältnisse beizubehalten, weswegen man sie als Scales bezeichnet. Dabei ist eine 1/7 Scale-Figur somit eine Darstellung des Charakters mit dem Faktor 1 zu 7.

Die meisten Läden bieten Figuren sowohl gebraucht als auch neu bzw. ungeöffnet an. Folgende Ketten haben für gewöhnlich eine Auswahl an Figuren:

  • Mandarake
  • Surugaya
  • K-Books
  • Hobby-off
  • Lashinbang
  • Amiami
Foto einiger Produkte zu Demon Slayer in einem Jump Store.

In Jump Stores gibt es Merchandise zu den Serien des Jump Magazins wie Kimetsu no Yaiba.

Kleinkram – Anhänger, Notizbücher und Co

Kleine dekorative Merchandiseprodukte wie Anhänger und Buttons findet man in Großstädten fast überall. Gerade in den omnipräsenten Gacha-Automaten sind häufig auch bekannte Animeserien vertreten. Aber auch eine komplette Büroeinrichtung mit Stiften, Mäppchen und bedruckten Klarsichtfolien kannst du dir während deinem Urlaub zusammenstellen. Während es somit vom Kissenbezug über Brotdose bis zu Handtüchern alles im Popkultur-Design gibt, ist vieles insbesondere für aktuelle Serien zu bekommen.

Auf deiner Suche nach kleineren Merchandiseprodukten aller Art, könnten dir folgende Ladenketten helfen:

  • Gacha-Automaten z.B. in Bahnhöfen
  • Animate, Lashinbang, K-Books, Melonbooks
  • Für bekanntere Serien auch Kinderläden wie Kiddy Land oder Elektroläden wie Yodobashi Akiba
  • Jump Stores für Merchandise zu Serien aus dem Magazin Shōnen Jump

Kleidung und Cosplay

Wenn es dir nicht ausreicht deine Wohnung mit Merchandise zu dekorieren und du dein Otakutum auch nach außen präsentieren möchtest, solltest du einige Shirts und Accessoires zu deinen Lieblingsserien in Erwägung ziehen. Gerade T-Shirts zu den besonders beliebten Serien findest du dabei in verschiedensten Otaku-Geschäften

Folgende Läden bieten eine Auswahl an neuer Kleidung und Accessoires:

  • Cospa: Kleidung, Taschen und Cosplay
  • Cosplay: ACOS, Cospatio
  • Animate
  • Jump Stores zu Serien aus dem Magazin Shōnen Jump
  • Teils Uniqlo in speziellen Collections
Magickarten zum Verkauf in einem Mandarake.

TCGs sind auch in Japan beliebt. Auch für weltweit beliebte Spiele wie Magic the Gathering findet man hauptsächlich japanische Karten.

Trading Card Games

In Japan sind Trading Card Games sehr beliebt. Neben japanischen Spielen wie Yu-Gi-Oh!, die weltweite Bekanntheit erreicht haben, könnt ihr auch internationale Kartenspiele wie Magic the Gathering finden. Zusätzlich gibt es TCGs wie Weiß/Schwarz, die eher national beliebt sind und dort eine große Gefolgschaft haben. Kartenbooster sind dabei hauptsächlich in japanisch zu finden, gerade für Magic gibt es aber auch einen kleinen englischsprachigen Gebrauchtmarkt.

Auf der Suche nach neuen Karten für eure Decks, kann sich der Besuch folgender Ladenketten lohnen:

  • Elektrogeschäfte wie Yodobashi Camera für Booster
  • Auf Karten spezialisierte Geschäfte wie Yellow Submarine, Hobby Station, Card-Labo, Big Magic
  • Otaku-Shops wie Mandarake

Modellbau und Gunpla

Für Leser außerhalb der Szene mag diese Überschrift vielleicht erstmal etwas verwirrend sein. Was hat schließlich Modellbau mit Otaku zu tun? Tatsächlich aber ist gerade durch Anime wie Gundam mit großen, bemannten Robotern eine Fanszene entstanden, die diese aus Modelkits nachbaut. Neben dem Dekorationsfaktor bieten die Kits so durch das eigene Zusammenbauen noch einen weiteren Hobbyaspekt.

Gunpla und Modellbaukits zu anderen Serien findet ihr beispielsweise bei:

  • Elektroläden wie Yodobashi, Bic Camera, Softmap
  • Amiami und gebraucht bei Mandarake
  • Gundam Base Tōkyō auf Odaiba für Gunpla
Verschiedene Modelle und Gunpla in einem Elektronikgeschäft.

Modellbaukits und Gunpla findet man nicht nur in Otaku-Shops, sondern auch in Elektronikgeschäften wie hier in Yodobashi Akiba.

Pokémon, Shōnen Jump und Co. – Läden zu speziellen Franchises

Einige beliebte Franchises haben komplett eigene Shops und Ladenketten. Falls du noch nicht genau weißt, was für Merchandise du suchst aber die zugehörigen Marken magst, sind diese Läden perfekt für dich.

Beispielsweise für Pokémon gibt es dabei japanweit verschiedene Läden mit regelmäßig wechselndem Sortiment. Diese Pokémon Stores verkaufen dabei insbesondere Plüschtiere, Büromaterialien, Handtücher, Küchenutensilien und Spielzeug. In Tōkyō findest du zudem ein Pokemon-Café. Ein ähnliches Angebot bieten die Ghibli Shops. Dort findest du verschiedene Produkte zu diversen Ghiblifilmen wie Mein Nachbar Totoro oder Kikis kleiner Lieferservice. Niedliche Accessoires und Kleinigkeiten findet man in Rilakuma Stores zum gleichnamigen Franchise oder Sanrio Stores, die Merchandise zu Charakteren wie Hello Kitty oder My Melody anbieten. Die sogenannten Jump Stores bieten Produkte zu verschiedenen Serien aus dem Manga-Magazin Weekly Shōnen Jump, welches unter anderem bekannte Titel wie Dragon Ball, One Piece oder My Hero Academia enthält. Leider nur einen Laden auf Odaiba bietet die Gundam Base Tōkyō an. Normale Gunpla-Modelle sind dort zwar teurer als in anderen Geschäften, aber durch zahlreiche spezielle und limitierte Modelle lohnt sich der Besuch für Fans mit Sicherheit.

Pokemon Plüschtiere im Pokemon Store des Bahnhofs Tokyo.

In den Pokémon Stores findest du viele verschiedene Artikel, wobei Plüschtiere besonders beliebt sind.

Gerade im Anime-Bereich lohnt es sich für viele Serien nicht ein dauerhaftes Geschäft zu betreiben. Um dennoch Merchandise an den Fan zu bringen werden häufig für kurze Zeit Ladenflächen angemietet, um dort sogenannte PopUp-Stores zu eröffnen. Diese bleiben teils nur einige Tage und bieten spezielles und meist limitiertes Merchandise wie Buttons, Anhänger und Handtücher an. Zusätzlich gibt einige Café-Ketten wie die Animate Cafés, die sich auf kurzzeitige Anime-Kollaborationen spezialisieren. Neben auf den jeweiligen Anime abgestimmte Speisen, werden dort für gewöhnlich auch Merchandise-Produkte angeboten.

Welche Regionen lohnen sich für Otaku-Shopping besonders?

Die in diesem Artikel vorgestellten Ladenketten haben zum Teil Niederlassungen in ganz Japan. Dennoch ist es natürlich besonders bequem alle Einkäufe in einem Bereich zu erledigen. Besonders in Tōkyō und anderen größeren Städten Japans haben sich so verschiedene Zentren gebildet, die sich besonders an die Zielgruppe der Popkultur-Fans richtet:

  • Tōkyō Akihabara: Der größte Shoppingbereich für Otaku in Japan. Etwas stärker auf Touristen ausgerichtet und daher teilweise teurer. Große Auswahl an Shops zu allen Themen der Popkultur. Hauptsächlich wird Merchandise zu aktuellen Anime, Manga, Games und Idol-Gruppen angeboten.
  • Tōkyō Ikebukuro Otome Road: Im Gebiet um Sunshine City. Verschiedene Shops zu Anime, Games und Manga. Besonders Kleinigkeiten wie Anhänger und Buttons. Hauptsächlich Produkte zu Anime, Manga und Games, die bei Frauen beliebt sind. Shops wie K-Books, Animate und Lashinbang.
  • Tōkyō Nakano Broadway: Shopping-Center mit zahlreichen Läden für Otaku. Verschiedene Shops zu Anime, Games und Manga mit Fokus auf älteren Serien. Besonders die verschiedenen Mandarake-Filialen haben ein umfangreiches Angebot aus den verschiedensten Bereichen. Meiner Meinung nach hat der Bereich insgesamt die beste Zeit hinter sich.
  • Tōkyō Station Character Street: Shopping-Bereich im Keller des Bahnhofs Tōkyō mit verschiedenen kleinen Läden zu beliebten Franchises und Charakteren wie Pokémon, Hello Kitty, Ghibli und Shōnen Jump.
  • Ōsaka Dendentown: Shopping-Bereich mit Filialen der meisten großen Otaku-Ketten sowie einigen Maid- und Anime-Cafés. Das Produktangebot ist ähnlich zu Akihabara.
  • Nagoya Osu: Shopping-Bereich mit verschiedenen Filialen von Otaku-Ketten. Kleiner als Akihabara und Dendentown, für Otaku in Nagoya aber dennoch eine Alternative.
Foto des Eingangs des Shopping-Centers Nakano Broadway.

Das Einkaufszentrum Nakano Broadway enthält verschiedene Geschäfte, die Merchandise verkaufen. Der Besuch lohnt sich besonders, wenn du nach Produkten zu etwas älteren Serien suchst.

Persönliche Meinung

Wenn du es bis hierher geschafft hast, ist wohl schon klar, dass ich selbst ein riesiger Otaku bin. Obwohl meine Wohnung schon extrem voll mit verschiedensten Merchandise-Produkten ist, kann ich auf keiner Japanreise auf Shoppingtouren verzichten. Obwohl viele sagen, dass Akihabara zu voll und überteuert sei, ist es trotzdem einer meiner Lieblingsshopping-Spots. Dort kann man einfach alles an einem Ort finden und bekommt einen Eindruck davon was in Japan gerade beliebt ist. Aber auch wenn wir in kleineren Städten unterwegs sind, steht für mich meist ein Besuch in lokalen Gebrauchtwarenläden wie Book-off oder Lashinbang auf dem Programm. Neben günstigeren Preisen konnte ich dort häufig seltenere und ältere Produkte auffinden. Ich selbst sammle übrigens hauptsächlich Figuren und Kleinkram. Besonders im Bereich TCGs und Gunpla bin ich dafür nicht besonders bewandert.

Was ist deine Leidenschaft und dein Lieblingsladen im Bereich der japanischen Popkultur?

Du möchtest mehr erleben als nur Shopping? Weitere Aktivitäten für Otaku auf Japanreise.

Foto einiger Geschäfte in Akihabara.

Akihabara ist aufgrund ihrer Bekanntheit eine teurere und vollere Shopping-Gegend. Allerdings findest du dort die meisten Otaku-Geschäfte direkt an einem Ort.

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