Japanreisen für Otaku: Aktivitäten zur japanischen Popkultur

Viele Reisende wollen Japan aufgrund der einzigartigen Natur oder der pulsierenden Großstädte besuchen. Andere sind mit Anime und Manga aufgewachsen und möchten wissen, wie das Land in Wahrheit aussieht oder auf Shoppingtouren nach Merchandise zu ihren Lieblingsserien suchen. Egal, ob du dich selbst als Otaku bezeichnest oder einfach nur neugierig auf die geekige Seite der japanischen Kultur bist, hier findest du eine Übersicht zu Aktivitäten für Anime- und Mangafans.

Was ist Otaku?

Als Otaku bezeichnet man im Japanischen extreme Fans. Während wir auf dem Blog damit gewöhnlich Fans der japanischen Popkultur wie Anime, Manga und Games meinen, können auch Fans anderer Richtungen so bezeichnet werden. Ursprünglich wurde der Begriff Otaku dabei sehr abwertend verwendet und hat so Menschen bezeichnet, die zu viel Zeit oder Geld auf ihr Hobby verwenden. Häufig findet sich zudem eine Überschneidung mit dem klassischen Bild eines Nerds in westlichen Kulturen. Ein Vorurteil wäre beispielsweise das Bild eines blassen Mannes mit Brille und unmodischer Kleidung. Insbesondere im westlichen Fanbereich wird der Begriff inzwischen eher positiv verwendet und viele Fans bezeichnen sich selbst als Otaku. Weitere Begriffe der japanischen Popkultur findest du in unserem Otaku Glossar.

Foto in Akihabara mit einem Sega Game Center, ein perfektes Ziel für Otaku

In Nachbarschaften wir Akihabara finden sich nicht nur Shops für Otaku, sondern auch Game Center und Themencafés.

Shopping, Vergnügen und Verpflegung

Die Top-Aktivität, die sich wohl in jeden Reiseplan einarbeiten lässt, ist eine ausgiebige Shoppingtour für Otaku. Gerade wenn Großstädte wie Tōkyō oder Ōsaka auf deiner Liste stehen, findest du eine Vielzahl passender Geschäfte dafür.

Das bekannteste Ziel für Otaku ist dabei Akihabara. Auf der Hauptstraße reiht sich dort ein Geschäft für Otaku an das Nächste. Andere Top-Spots sind der Bereich Nakano Broadway in Tōkyō, bei dem du Produkte zu älteren Serien findest oder Denden Town, mit vielen Merchandiseshops in Ōsaka. Aber keine Sorge, auch außerhalb von Großstädten gibt es häufig einige Läden für Otaku. Abhängig davon, was genau du eigentlich kaufen möchtest, solltest du dabei nach anderen Läden Ausschau halten. Neben Shops, die sich auf Manga oder Games spezialisiert haben, gibt es so beispielsweise Shops für Anime Figuren oder Cosplay. Eine Übersicht zu Shops und Nachbarschaften haben wir in einem Artikel zum Otaku-Shopping in Japan zusammengestellt. Beachte bei deinen Einkäufen jedoch, dass du ab einem Gesamtwert von 430€ in Deutschland bei Zoll vorsprechen und die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19% bezahlen musst. Mehr Infos dazu findest du auf der Webseite des Zolls.

Nachdem du deine Shoppinglust gestillt hast, kannst du in vielen japanischen Städten weitere Aktivitäten finden, die perfekt zu Otaku passen. Wir mögen besonders das Spielen an Automaten in Gamecentern. Diese bieten gewöhnlich Bereiche mit Gewinnspielen wie Greifautomaten, aber auch verschiedene Videospiele und Fotoautomaten. Alternativ könntest du auch deine Lieblingsanimesongs bei Karaoke zum Besten geben oder öffentliche Plätze nach Gacha-Automaten absuchen.

Foto einer Reihe Gacha Automaten

Gacha-Automaten findest du überall in Japan. Aus diesen Automaten bekommst du eine zufällige Kleinigkeit – viele davon bieten Produkte zu aktuellen Animeserien.

Niedliche Speisen im Themencafé

Natürlich darf auch Verpflegung nach deiner Streiftour durch Otaku-Bereiche nicht fehlen. Während man eigentlich überall in Japan hervorragendes Essen finden kann, bieten sich für Fans der Popkultur besonders Themencafés an. Der absolute Klassiker dabei sind Maid Cafés. Hier wirst du von jungen Frauen in süßen Dienstmädchenuniformen bedient und kannst aus verschiedenen niedlichen Speisen wählen. Für Fans von Animes bieten sich auch Themencafés zu Anime wie die Animate Cafés oder Ufotable Cafés an, die stets ein wechselndes Menü zu aktuellen Serien anbieten. Neben Speisen mit Bezug zur Serie findest du vor Ort gewöhnlich auch limitiertes Merchandise. Besonders niedlich geht es zudem in Tōkyōs und Ōsakas Pokémon Cafés zu, bei dem während deines Aufenthalts ein kuscheliges Pokémon zu Besuch kommt.

Foto eines Pikachu Dessert im Pokemon Cafe

In Themencafés kannst du niedliche Speisen zu deinen Lieblingsserien verputzen.

Reiseziele mit Bezug zur japanischen Popkultur

Falls es dir nicht reicht einige Zeit deines Urlaubs mit Shopping und Anime Cafés zu verbringen, kannst du deinem Hobby natürlich mehr Zeit einräumen. So stehen in ganz Japan sowohl spezielle Reiseorte als auch verschiedene Attraktionen für Otaku bereit.

Pilgrimage: Auf den Spuren deiner Lieblingscharaktere

In Japan gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten und UNESCO Weltkulturerbestätten. Falls dir die Auswahl an Reisezielen so zu stressig ist, könntest du einfach die Handlungsorte deiner Lieblingsserien besuchen. Neben dem guten Gefühl in der gleichen Welt wie deine Lieblingscharaktere zu wandeln, findest du an einigen Pilgrimage-Locations sogar Aufsteller oder Merchandise der jeweiligen Serien.

Falls du dir bisher noch nicht wirklich vorstellen kannst, wo dich deine Anime-Reise hinführen sollte, hier einige Ideen:

  • Akihabara in Tōkyō wie in Steins;Gate oder LoveLive! gezeigt. Dabei besonders der Platz am Bahnhof bzw. der Kanda Schrein
  • Shinjuku in Tōkyō ist Standort einiger Szenen im Film Your Name., insbesondere die berühmte Treppe findet sich am Yotsuya Suga Schrein
  • Verschiedene Orte in Tōkyō sind zudem in Sword Art Online: Ordinal Scale zu sehen (beispielsweise Ginza und Tōkyō Dome City)
  • Uji im Süden Kyōtos ist Heimat der Schüler aus Hibike! Euphonium und bietet nebenbei mit dem Byōdō-in eine wichtige kulturelle Sehenswürdigkeit
  • Der Omi Schrein am Biwako ist zentraler Handlungsort im Anime Chihayafuru
  • Die Küstenstadt Ōarai, Ibaraki ist inzwischen berühmt dafür der Standort in Girls und Panzer zu sein und lockt jährlich hunderte Besucher an
  • Nuzamu, Shizuoka ist Heimatort der School Idols in LoveLive! Sunshine!!. Bei klarem Wetter ist dort die Sicht auf den Fuji an der gegenüberliegenden Küste möglich.
  • Das Gebiet Hakone ist Handlungsort im Anime-Klassiker Neon Genesis Evangelion und bietet zusätzlich viel Natur und heiße Quellen.

Diese Liste könnte man so ewig Fortsetzen. Insgesamt 88 beliebte Pilgerorte findest du auf der englischen Webseite für Anime Tourismus.

Foto Akihabara UDX

Viele echte Orte in Japan sind auch in Anime und Manga zu sehen. Das UDX Gebäude in Akihabara wird beispielsweise in Steins;Gate und LoveLive! gezeigt.

Attraktionen für Otaku

Hotspots fürs Merchandise-Shopping und Pilgerziele sind längst nicht alles, was du als Otaku einplanen solltest. Schließlich sind ebenfalls traditionelle Urlaubsunternehmungen wie Museen oder Vergnügungsparks in Japan mit Ausrichtung auf die Populärkultur zu finden.

Foto des Phönix vor dem Eingang des Ozamu Tezuka Museums.

Im Ozamu Tezuka Museum findest du Ausstellungsstücke zu Werken des gleichnamigen Mangaka. Zusätzlich kannst du dort seine Manga lesen und Animeclips ansehen.

Eines der beliebtesten Museen ist das Ghibli Museum des gleichnamigen Animationsstudios. Neben liebevoll gestalteten Ausstellungsstücken werden im Museum exklusive Kurzfilme gezeigt. Aufgrund der Beliebtheit solltest du deine Karten rechtzeitig reservieren, mehr Infos dazu findest du auf der offiziellen Webseite des Ghibli Museums (englisch). Einer weiteren bekannten Größe der Animegeschichte wird in Takarazuka ein Museum gedacht: Im Ozamu Tezuka Museum findest du verschiedene Ausstellungsstücke zu Serien des ‘Gottes des Manga’. Dabei wird das enorme Vermächtnis Ozamus besonders durch eine Sammlung seiner Werke deutlich. Im oberen Geschoss des Museums (engl.) kannst du so verschiedene Manga lesen und Animeserien ansehen. Noch mehr Lesestoff findest du im Kyōto im Manga Museum. Obwohl der Großteil der gesammelten Manga auf Japanisch ist, finden sich einige internationale Ausgaben im Museum. Zusätzlich gibt es regelmäßig Sonderausstellungen, über die du dich auf der offiziellen Museumswebseite (engl.) informieren kannst.

Falls dir Museen nicht actionreich genug sind, kannst du Vergnügungsparks in Betracht ziehen. Während für viele Otaku wahrscheinlich bereits das Tōkyō Disneyland von Interesse ist, gibt es landesweit auch spezialisierte Themenparks. Einige davon sind dabei komplett auf eine Fangemeide ausgerichtet beispielsweise der indoor Park One Piece Tower (engl.) am Fuße des Tōkyō Towers oder das Sanrio Puro Land (engl.) Land mit Attraktionen zu Hello Kitty und Freunden. Andere Parks wie die Universal Studios Japan (USJ) bieten zeitlich begrenzt Attraktionen zu Anime und Manga an. Im USJ liegen diese besonders im Sommer und werden im Vorfeld auf der offiziellen Webseite (engl.) angekündigt.

Reisezeit planen für Otaku: Veranstaltungen und Messen

Je nachdem wann du in Japan bist, hast du die Möglichkeit Messen oder Veranstaltungen mit kurzer Dauer zu besuchen. Viele davon bieten einen besonderen Einblick zu aktuellen Themen aus ihrem jeweiligen Bereich, ein Bühnenprogramm sowie limitierte Produkte.

Foto von der Pikachu Parade in Yokohama.

Im Sommer wird der Hafenbereich Yokohamas von Hunderten Pikachu heimgesucht. Neben Spielen und Shows gibt es dabei auch eine Pikachu-Parade.

Einige regelmäßige Events und Messen für Otaku:

Foto in einer Halle der Tokyo Games Show mit vielen Besuchern und Otaku

Speziell in Tōkyō werden regelmäßig Messen und Events für Otaku abgehalten. Häufig wird es dabei recht voll, wie hier bei der Tōkyō Games Show.

Unregelmäßige Ausstellungen und Events

Zusätzlich zu diesen regelmäßigen Veranstaltungen, gibt es viele Events, die nur eine begrenzte Zeit lang abgehalten werden. So gibt es beispielsweise Ausstellungen zu Anime und Manga, bei denen Produktionsmaterialien und spezielle Artworks vorgestellt werden. Neben großen Events mit eigenem Gelände, findest du teilweise auch einige Ausstellungsstücke in gewöhnlichen Animeläden wie beispielsweise Animate. Teilweise werden solche Mini-Ausstellungen auch mit Pop-Up Stores kombiniert. Hierbei wird für eine kurze Zeit eine kleine Ladenfläche angemietet, in der Merchandise zu der jeweiligen Serie angeboten wird. Um mehr Kunden zu locken, werden beispielsweise Aufsteller der Charaktere in Originalgröße oder Skizzen der Künstler präsentiert. Solche Events werden leider meist erst kurzfristig angekündigt, weswegen es schwer ist sie bei der Reiseplanung zu berücksichtigen. Dafür lohnt es sich vor Ort – besonders in Tōkyō – die Twitterkanäle deiner Lieblingsserien im Blick zu haben. Vielleicht ergibt sich ja ganz spontan doch noch die Chance auf ein besonderes Event.

Foto des zeitlich begrenzten Jump Shops in Odaiba

PopUp Stores unterscheiden stark von einander. Meistens gibt es eine besondere Spezialisierung auf ein Franchise. Selbst bekannte Ketten wie die Jump Stores eröffnen teils zeitlich begrenzte Ladenflächen.

Persönliche Meinung

Ich persönlich liebe nicht nur traditionelle Ziele in Japan, sondern auch Attraktionen und Events für Otaku. Besonders ausführliche Shoppingtouren und das Erkunden von Merchandiseläden in verschiedenen Orten stehen so stets auf meinem Reiseplan. Zusätzlich bin ich ein großer Fan von Animecafés, da das Essen meist super niedlich verziert ist und man limitierte Produkte erhalten kann. Ganz besonders großartig ist es zudem auf Streifzügen durch Großstädte ganz spontan auf kleine PopUp Stores oder Ausstellungen zu treffen. Auf Pilgerreise war ich dafür persönlich noch nicht so häufig, wobei es auch da noch einige Ziele gibt, die ich gerne besuchen würde.

Planst du während deiner Japanreisen Otaku-Aktivitäten ein? Erzähl‘ uns davon in den Kommentaren.

Anime und Manga sind eigentlich nicht deine Welt? Allgemeinere Reiseberichte findest du hier.

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