5 Tipps für die Regenzeit

Von Juni bis Juli herrscht im zentralen Japan die Tsuyu genannte Regenzeit. Leider musst du dich dann auf viele graue Tage und häufigen Regen einstellen. Zusätzlich steigen Luftfeuchtigkeit und Temperatur auf dem Weg zum Hochsommer stetig an. Klingt nicht so gut? Mit einigen Tipps kannst du deine Reise zur Regenzeit trotzdem genießen und Sehenswürdigkeiten ohne großen Touristenansturm bewundern.

Starker Regenfall in Akihabara in Tokyo.

Viele Tage während der Regenzeit bringen nur Niesel mit sich. Leider musst du aber auch damit rechnen, dass es manchmal selbst mit Regenschirm ungemütlich wird.

Schirm-Management

Die Schirmkultur unterscheidet sich insgesamt recht stark von der Deutschen. So packen die meisten Japaner ihre Schirme bereits bei wenigen Tropfen aus. Dementsprechend verfügbar sind Regenschirme im Verkauf. Jeder Konbini hat die klassische, durchsichtige Variante im Angebot und selbst in Automaten stehen sie zum Verkauf bereit. In Japan gilt für tropfnasse Schirme zunächst das gleiche wie für Schuhe – in Innenräumen haben sie nichts zu suchen. Neben den auch hierzulande verbreiteten Schirmständern, sind besonders vor Museen Schirmständer mit Schloss beliebt. Gerade vor großen Einkaufszentren mit verschiedenen Ein- und Ausgängen wäre es jedoch unpraktisch seinen Schirm stehen zu lassen. Daher existieren meisten Lösungen, durch die du deinen Schirm mit reinnehmen kannst, ohne alles nass zu tropfen. So stehen an Eingängen beispielsweise Vorrichtungen zum Trocknen deines Schirms oder Spender für Plastiktüten, die du über deinen Schirm ziehen kannst.

Als Alternative zum Schirm trage ich persönlich gerne dünne Regenjacken, um die Hände frei zu haben. Eine meiner japanischen Freundinnen bezeichnet das immer als ‚Typisch Deutsch‘. Durch die steigenden Temperaturen ist für Viele eine Regenjacke in der japanischen Regenzeit bereits zu warm.

Schirmständer mit Zahlenschlössern

Gerade vor Museen sind Schirmständer mit Zahlenschlössern beliebt.

Aktivitäten spontan anpassen

Da es neben harmlosen Regenschauern in seltenen Fällen auch zu Überschwemmungen oder Erdrutschen kommen kann, solltest du stets Wetterberichte und -warnungen im Auge behalten. Für Tage mit starken Regen ist es am besten schon vor deiner Abreise ein paar Alternativen aussuchen, die du im Fall der Fälle spontan dazwischenschieben kannst. Schließlich gibt es selbst bei Regen in Japan von Einkaufszentrum über Museum bis hin zu Onsen einiges zu entdecken. Falls dir persönlich Regen nicht viel ausmacht, ergibt sich an Regentagen die Möglichkeit Sehenswürdigkeiten mit weniger Besuchern zu bewundern. Je nach Stärke des Regens solltest du aber darüber nachdenken Wechselkleidung mitzunehmen.

Wir waren mal zum Ende der Regenzeit in DisneySea und hatten bereits einige Tage im Voraus datumsgebundene Tickets gekauft… und natürlich gab es an dem Tag starken Regen! Da die Tickets nicht gerade preiswert sind, haben wir den Park trotzdem besucht. Vormittags hat es leider stark geregnet, so dass viele Attraktionen geschlossen waren und wir extrem durchgeweicht wurden. Nachmittags hat es sich glücklicherweise aufgeklärt, wodurch wir den Besuch nach einem Wechsel in trockene Kleidung und Schuhe doch noch genießen konnten.

Eingangsbereich von Disney Sea in Tokyo bei strömendem Regen.

Wir waren gegen Ende der Regenzeit in DisneySea in Tōkyō und das Wetter war… nicht besonders einladend.

Überdachte Gebiete und Unterführungen ausnutzen

Gerade in Großstädten wie Tōkyō gibt es durch Unterführungen und überdachte Gebiete viele Möglichkeiten dem Regen auszuweichen. Besonders wenn du in der U-Bahn unterwegs bist, solltest du die Lagepläne prüfen und den besten Ausgang wählen. Teilweise kann man so große Streckenabschnitte überbrücken. In Shinjuku kann man beispielsweise fast die ganze Strecke bis zum Rathaus im Trockenen gehen. Zusätzlich sind einige Haltestellen unterirdisch verbunden. Gerade von der Tōkyō Station aus gelangst du so an nahegelegene U-Bahnhöfe wie Ōtemachi oder kannst durch die unterführte Einkaufspassage mit der Character Street schlendern.

Einkaufspassage in der Tokyo Station

Besonders in Großstädten gibt es viele unterirdische Passagen und Einkaufszentren, wie die Character Street unter Tōkyō Station.

Luftfeuchtigkeit mit der Klimaanlage reduzieren

Das Problem an der Regenzeit ist nicht nur der Regen selbst, sondern auch die hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn dich die Feuchtigkeit in deinem Hotel stört, solltest du prüfen ob deine Klimaanlage einen Trocknen-Modus hat. Dieser wird häufig mit Dry-Mode bzw. ‚ドライ‘ auf der Fernbedienung bezeichnet und entzieht der Luft die Feuchtigkeit. Besonders nützlich ist diese Einstellung, wenn du deine regennasse Kleidung trocknen möchtest.

Schwertlilien im Shobunuma Park.

Schwertlilien sind hübsche Blumen, die im Juni beispielsweise im Shōbunuma Park in Tōkyō blühen.

Blüten während der Regenzeit

Natürlich gibt es selbst zur Regenzeit positive Naturphänomene. Am bekanntesten ist dabei die Blütezeit der Hortensien. Besonders im Juni kannst du diese prächtigen Blumen in vielen japanischen Parks bewundern. Beliebte Orte für die Blütenschau sind beispielsweise der Ueno Park in Tōkyō, die Meigestu und Hase Tempel in Kamakura, der Shimoda Park in Shimoda und das Gebiet Hakone. Etwa zur gleichen Zeit blüht ebenfalls die japanische Schwertlilie. In Tōkyō findest du diese unter anderem im Koraku Park in Bunko-ku, im Horiki Iris Park oder im Shōbunuma Park nahe der Kita-Ayase Station.

 

Warst du schon einmal zur Regenzeit in Japan? Was sind deine Tipps, um die grauen Tage zu überstehen?

Was außer der Regenzeit im Juni und Juli los ist, erfährst du in unserem Überblick zum japanischen Sommer.

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