Transportation

Passmo
Eine NFC Karte zum Bezahlen.

Die Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel ist in Japan sehr gut ausgebaut und – im Gegensatz zu Deutschlands – auch zuverlässig und pünktlich. Während bei uns noch 5 Minuten Verspätung als pünktlich gilt, entschuldigt sich die Bahn in Japan bei einer Verspätung von 60 Sekunden öffentlich. Der Hauptgrund für Verspätungen sind größere Erdbeben. Dabei halten die Züge sicherheitshalber an. Dementsprechend ist das Reisen in Japan sehr entspannt und lässt sich deutlich besser planen. Dies gilt sowohl für längere Strecken zwischen Städten, als auch für den öffentlichen Nahverkehr. Google Maps ist in beiden Fällen sehr praktisch. Ihr könnt dort die schnellsten Verbindungen zum Zielort schnell nachschlagen. Wegen des freiem WLAN an den meisten Bahnhöfen ist dies auch unterwegs kein Problem. Für viele Verbindungen gibt Google euch sogar direkt den Preis an.

Öffentlicher Fernverkehr

SHinkansen
Shinkansen haben eine sehr markante Vorderseite.

Die in aller Welt bekannten Shinkansen Züge in Japan sind das Gegenstück zu den ICEs in Deutschland. Sie handhaben den Verkehr zwischen Großstädten und lassen einen so schnell zwischen Städten pendeln. Weil sie auch wie ICEs recht teuer sind, kann sich ein Rail Pass schnell lohnen. Mit einem Touristen-Visum kann man damit für einen festen Zeitraum nahezu alle Züge der JR Company ohne zusätzliche Kosten nutzen. Für weite Reisen wie beispielsweise von Hiroshima nach Sapporo empfiehlt sich meist eher ein Inlandsflug, um Zeit zu sparen. Die Flugabdeckung ist ähnlich wie in Deutschland, mit mehreren Flügen zwischen Großstädten täglich. Eine Alternative sind Fernstrecken- und Nachtbusse. Diese sind zwar langsamer als Shinkansen aber auch deutlich günstiger. Bei Nachtbussen spart man dazu noch eine Nacht im Hotel.

Öffentlicher Nahverkehr

Bahnsteig
Am Bahnsteig sieht man bereits wo genau die Türen zum Einsteigen sein werden.

Innerhalb der einzelnen Städte sind wie in Deutschland Bahnen und Busse für öffentlichen Verkehr verantwortlich. Für die Züge von JR ist der Rail Pass auch hier gültig. Allerdings lohnt sich dieser ausschließlich für den öffentlichen Nahverkehr preislich nicht. Der Zugang zu den Bahnen wird dabei durch elektronische Schranken geregelt. Mit einem Rail Pass hingegen muss man neben den Schranken zum Personal und diesen vorzeigen. Deutlich bequemer ist es mit einer elektronischen Karte zum automatischen Bezahlen, die nur auf die Schranken aufgelegt werden muss. Der Fahrpreis berechnet sich anhand des Ein- und Ausstiegspunktes und wird von der Karte automatisch abgebucht. Dieser hängt von der zurückgelegten Strecke ab und wird dabei bei längeren Strecken günstiger. Beim Wechsel der Zuggesellschaft wird dieser Streckenbonus zurückgesetzt . Daher empfehlen wir diese nach Möglichkeit selten innerhalb einer Strecke zu wechseln. Falls der Restbetrag auf der Karte oder das Einzelticket für die Strecke nicht ausreicht, kommt man nicht durch die Schranken und muss zuvor die Karte aufladen bzw. ein Ticket nachziehen.

NFC Karten – Suica und Passmo

Suica Werbung
Werbung fürs Bezahlen mit der Suica

Bei den Karten gibt es zwei weit verbreitete Varianten: die Suica und den Passmo. Die beiden Karten sind von unterschiedlichen Firmen, allerdings ist die Einsatzfähigkeit beider identisch. Es sind aufladbare Karten zum schnellen und einfachen Bezahlen von Bahnen, Bussen und Monorails. Zusätzlich kann man mit ihnen auch in vielen Konbinis bezahlen. Diese erhält man an gewöhnlichen Ticketautomaten für eine Kaution von 500 Yen, die man nach Abgabe der Karte zurückerhält. Standardmäßig sind die Karten nicht personalisiert und lassen sich nach dem Urlaub an Freunde weitergeben, da sie 10 Jahre gültig bleiben. Bei gleichzeitigen Fahrten benötigt aber jeder eine eigene Karte. Man kann sich die Karten auch personalisieren lassen, sodass man bei Verlust der Karte sein Guthaben gegen eine Servicegebühr auf eine neue Karte übertragen kann. Neben der einfachen Handhabung ist ein weiterer Vorteil, dass man bei den Fahrten immer ein paar Yen spart. Dies ist einer Steuererhöhung geschuldet, bei der die Preise für Fahrkarten am Automaten auf die nächste Zehnerstelle aufgerundet wurden, weil die Automaten keine kleineren Münzen ausgeben. Bei den Karten hingegen wird der Betrag auf den Yen genau abgebucht. 

Ansonsten gibt es neben den Karten und dem Rail Pass verschiedene Möglichkeiten zum Sparen. Darunter fallen beispielsweise der Day Pass Tōkyō oder andere lokal begrenzte Pässe wie der Hakone Free Pass. Diese erlauben einem für einen festen Zeitraum beliebige viele Fahrten auf ausgewählten Strecken anzutreten.

Persönliche Erfahrung

Ich hatte bei beiden meiner Japanreisen für eine Woche den Rail Pass und bin damit viel mit Shinkansen herumgereist. Meist hatte ich so zwei Übernachtungen in einer Stadt bevor ich weitergezogen bin, damit es nicht zu stressig wird. Bei meinem ersten Aufenthalt habe ich mir einen Passmo zugelegt, welcher besonders in Tōkyō super praktisch war. Durch die englische Übersetzung an den Schaltern ist es leicht die Karte aufzuladen. Die Rush Hour in Tōkyō bin ich erfolgreich umgangen. Diese beginnt gegen 6 Uhr und dann wird es sehr eng in den Bahnen. Nur auf dem Weg zu einem Feuerwerk am Rande Tōkyōs habe ich etwas Vergleichbares erlebt. Kurz nach dem Einsteigen war es so voll, dass es unmöglich war sich zu bewegen. Ansonsten war das Reisen immer sehr angenehm. Bei den folgenden Reisen hatte ich auch mobiles Internet, wodurch ich jederzeit den Fahrplan prüfen konnte.

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