5 Dinge, die mich in Tōkyō stören

Üblicherweise berichten wir auf unserem Blog über die Dinge, die uns besonders gefallen haben und wir mit dir teilen wollen. Obwohl Tōkyō der Lieblingsort von uns ist, gibt es aber natürlich trotzdem einiges, das uns an der Großraummetropole stört. Hier wollen wir dir unsere Top 5 der nervigsten Dinge und Bewältigungsstrategien vorstellen.

Eine große Menschenmenge am Bahnhof

Auf dem Weg zu einem Feuerwerk waren die Verhältnisse ähnlich zur Rushhour.

Rush Hour, wie in einer Sardinenbüchse

Vermutlich jeder Berufstätige, der um 8~9 Uhr auf der Arbeit erscheinen muss kennt es: Volle Züge und Busse sowie Staus auf der Straße auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Das gleiche geschieht selbstverständlich auch in Tōkyō, nur in einem noch größerem Ausmaß. Wenn du morgens mit dem Zug zur Arbeit oder anderswo hin willst, solltest du keine Probleme mit viel Körperkontakt haben! Da für ein Großteil der Japaner gegen 9 Uhr die Arbeit beginnt, ist die schlimmste Phase meist so gegen 8 Uhr morgens und wiederholt sich 8~9 Stunden später zum Feierabend. Zu dieser Zeit solltest du dich darauf einstellen, dass du dich nicht mehr im Zug bewegen kannst. Außerdem ist es schwer planbar, wie viele noch in den Zug passen.

Wenn ich nicht an bestimmte Zeiten gebunden bin, versuche ich daher diese Zeiten für die Züge zu vermeiden. Solltest du allerdings zu einem größeren Event wie einem Feuerwerk im Sommer wollen, wird die Zugsituation ebenso beengend sein. Wenn du in einer Gruppe reist, sollte daher am besten jeder den Weg kennen, für den Fall, dass ihr getrennt werdet und jemand auf den nächsten Zug warten müssen.

Wasser im Getränkeautomaten

Ich empfehle eher das Mineralwasser aus dem Automaten als das Wasser aus der Leitung!

Chlorhaltiges Wasser mit Beigeschmack von Schwimmbad

In Deutschland ist man es gewöhnt, dass das Wasser aus egal woraus – Dusche, Wanne, Waschbecken, sogar aus der Toilette – sauber und generell trinkbar ist. Das Wasser in Tōkyō ist auf jeden Fall auch sauber und frei von Keimen, aber zum Trinken würde ich es nicht empfehlen. Obwohl das Leitungswasser generell trinkbar ist, ist es chlorhaltig und erinnert eher an Wasser aus einem Schwimmbad. Zum Trinken kaufen wir unser Wasser daher dennoch meist im Konbini. Beim Wandern trifft man auch manchmal auf öffentliche Wasserhähne mit Trinkwasser zum Auffüllen der Reserven. Dennoch gehe ich dann lieber zum Getränkeautomaten, einfach weil mich der Beigeschmack von Chlor sehr stört. Auch bei der Körperhygiene kann das chlorhaltige Wasser bei empfindlichem Haar oder Haut etwas nervig sein. Wir achten deshalb auf zumindest schonendes Shampoo und Duschgel, das wir aus Deutschland mitbringen.

Unendliche Plastiktüten – wo Tüten nochmal in Tüten verpackt werden

Bei uns ist es mittlerweile gang und gäbe, dass Plastiktüten etwas kosten, um den Verbrauch zu reduzieren. In Japan hingegen bekommst du bei vielen Einkäufen wie im Konbini direkt alles in eine oder mehrere Plastiktüten eingepackt. So bekommst du auch schonmal 4 Plastiktüten bei einem einzigen nicht wirklich großen Einkauf.  Warme, gekühlte und normale Sachen kommen grundsätzlich nicht in eine gemeinsame Tüte. Außerdem gibt es ab 2 Tüten gerne eine dritte etwas größere dazu. Diese soll als Tragebeutel für die Tüten dienen. So kann es dir passieren, dass du am Ende eines Tages mit 10 oder mehr Plastiktüten im Hotel sitzt. Wenn man möchte, könnte man nach einem längeren Aufenthalt ganze Koffer nur mit Plastiktüten füllen.

Obwohl ich es wirklich praktisch finde, dass einem der Einkauf eingepackt wird, ist der Verbrauch der Plastiktüten in Japan einfach immens. Aber nicht nur die Anzahl der Tüten, auch die Einkäufe selbst sind meist nochmal extra in Plastik verpackt. Süßigkeiten sind meist sogar in einer Plastikverpackung noch einmal einzeln verpackt. Es beginnt langsam ein Umdenken, was auch nötig ist, da China, der größte Abnehmer des Plastikmülls, diesen nicht mehr haben will. Zurzeit ist die Plastiktüte aber noch allgegenwärtig.

Öffentliche Mülleimer

Ein eher seltener Anblick: öffentlicher Mülleimer!

Kaum Mülleimer trotz redundanter Verpackung

Getränkeautomaten und Konbinis kannst du überall finden, um dich jederzeit mit Snacks und Getränken zu versorgen. Das ist sehr praktisch, wenn du dich beispielsweise kurz in einem Park etwas erholen möchtest und dem kleinen Hunger entgegenwirken willst. Doch sobald alles aufgebraucht ist, bleibt der endlose Plastikmüll. Jedoch ist die Suche nach Mülleimern meist vergebens. Obwohl die Parks und Stadt im Allgemeinen super sauber sind, sind öffentliche Mülleimer sehr rar. Meist laufe ich daher den Rest des Tages mit dem Müll irgendwie in einer Tasche verstaut herum. Erst am Ende des Tages werfe ich ihn in den Mülleimer im Hotel.

Besonders im Zusammenhang mit der Menge an Müll finde ich es nervig ihn den Rest des Tages mit mir herumzuschleppen. Aber immerhin hat man mehr als genügend Plastiktüten, um dreckige Verpackungen wie vom Essen einzupacken, ohne den Rucksack zu verschmutzen. Auf größeren Events werden glücklicherweise auch Mülleimer bereitgestellt. Zur Kirschblütenzeit habe ich in einigen Parks auch extra aufgestellte Mülleimer gefunden, zum Entsorgen des Mülls vom Hanami.

Hinweis auf Radfahrverbot

Glücklicherweise gibt es ganze Bereiche, in denen das Abstellen von Fahrrädern komplett verboten ist.

Radfahrer – Störenfriede der Ordnung auf dem Bürgersteig

Trotz der unglaublichen Menschenmassen in Tōkyō, kommt es mir häufig gar nicht so überfüllt vor. Das liegt vorallem daran, dass es sehr geordnet zugeht und alle Fußgänger aufeinander achten. Was für mich aber aus dieser Ordnung heraussticht sind die Radfahrer. Da es keinen expliziten Radweg gibt, fahren diese oft auf dem Bürgersteig und versuchen sich durch die Menschen zu schlängeln. Gerade auf engen Wegen oder einfach in vollen Bereichen ist das nervig, insbesondere wenn dann nicht mal abgebremst wird.

Ich bin zwar insgesamt dem Radfahren nicht negativ gegenüber eingestellt und denke, dass Fahrräder super praktisch sind, wenn es extra Fahrradwege gibt. In Tōkyō würde ich mich aber eben wegen dem Fehlen solcher nicht auf ein Fahrrad setzen.

Trotz dieser und einigen weiteren Kleinigkeiten, die ich in Tōkyō störend finde, ist und bleibt es eine meiner Lieblingsstädte, gleichauf mit Ōsaka! Wie sieht das bei dir aus? Sind dir ähnliche nervige Dinge ins Auge gesprungen oder gar etwas vollkommen anderes?

2 Responses to “5 Dinge, die mich in Tōkyō stören

  • Das mit den Plastiktüten bei jedem Einkauf übertreiben sie echt. Aber was am meisten nervt sind die Warntöne in der Ubahn oder in den Bahnhöfen dauernd Warntuten Piepen das ist für mich die Nr.1 des Generves.
    Da ich aber nicht in Japan wohne war es eher belustigend und das man sich doch ein bischen wie auf nem andern Stern vorkommt .

  • Für mich ganz anstrengend war das Nase hochziehen z.b. in der öffentlichen U-Bahn mit gleichzeitigem nicht gern geseheneN Nase putzen. Dann kann es schon mal passieren dass wir in der Rush-Hour zwei bis drei japanische Männer im Rhythmus ihren Rotz die Nase hochziehen. Das fand ich auch sehr ekelhaft. Außerdem war für uns ein zumindest ganz leichter Rassismus gegenüber anderen Kulturen Menschen spürbar. Nichts extremes aber eine leichte Tendenz konnte man schon in der Öffentlichkeit ausmachen. Trotzdem total tolles Land in dass wir gerne zum dritten Mal nächstes Jahr wieder reisen wollen. Liebe Grüße

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