Ramen – International beliebte Nudelsuppen

Mit würziger Brühe, frischen Nudeln und vielfältigen Toppings gehören die Ramen genannten Nudelsuppen zu einem der beliebtesten Gerichte der japanischen Küche. Inzwischen sind die ursprünglich aus China importierten Suppen in vielen Restaurants der ganzen Welt zu finden und werden in den unterschiedlichsten Variationen angeboten. Mehr über die Geschichte von Ramen, beliebte Sorten und Toppings sowie typische Ramenläden erfährst du in diesem Artikel.

Sapporo Style Ramen

Mit Ramen bezeichnet man Weizennudeln, die in einer Brühe serviert werden. Zusätzlich werden verschiedene Toppings auf den Nudeln angerichtet.

Vom billigen Nachkriegsgericht zum Publikumsliebling

Moderne Ramen basieren auf chinesischen Weizennudeln, die schon vor über hundert Jahren in Yokohamas Chinatown serviert wurden. Bereits damals wurden die Nudeln dabei in würzigen Brühen angerichtet und häufig mit chinesischen Maultaschen namens Gyoza serviert. Obwohl Ramen seit langer Zeit in Japan verfügbar sind, hat ihr Durchbruch erst nach dem 2. Weltkrieg gestartet. In der Nachkriegszeit herrschte in Japan vielerorts Hungersnot und insbesondere Reisknappheit. Begünstigt durch Weizenimporte aus den USA, haben sich dadurch sowohl Brot als auch Ramen in der Bevölkerung verbreitet. Gerade Ramen wurden in den 1950er Jahren häufig an mobilen Wägen verkauft und konnten so schnell und einfach vertrieben werden. Obwohl es einige mit Michelin Stern versehene Ramen-Restaurants gibt, hält sich auch weiterhin das Bild von Ramen als günstiges und nahrhaftes Fastfood. Beliebt sind die Suppen dennoch in allen Bevölkerungsschichten und auch international gibt es inzwischen viele Ramenliebhaber.

Eine Schüssel Tori Paitan Ramen

Eine Schüssel Tori Paitan Ramen mit mehreren Stückchen Chāshū und einen Ajitsuke Tamago.

Cup Noodles – Ramen in nur 5 Minuten

Aufgrund der Lebensmittelknappheit der Nachkriegszeit war die Nachfrage nach haltbaren und günstigen Gerichten besonders hoch. Inspiriert von mobilen Ramenständen wurden so bereits im Jahr 1958 Instant-Ramen erfunden. Dabei werden Nudeln und Brühe getrocknet, wodurch sie länger haltbar sind und einfach zubereitet werden können. Dazu muss man die Mischung aus Nudeln und Brühepulver lediglich mit heißem Wasser aufgießen und wenige Minuten warten. Während die erste Version der Instant-Ramen nur Hähnchengeschmack hatte, gibt es heutzutage verschiedenste Sorten wie Rind, Tomate oder Shrimp. Internationale Bekanntheit erreichten die Fertigsuppen unter den Namen Cup Noodles durch die Firma Nissin. Dabei werden die Ramen in einer hitzebeständigen Verpackung geliefert und benötigen kein zusätzliches Geschirr. Heutzutage sind Instant-Nudeln besonders bei beschäftigten Geschäftsleuten und finanziell schwachen Studenten beliebt.

Ramen und auch Cup Noodles sind inzwischen so kulturell bedeutend, dass ihnen jeweils Museen gewidmet wurden. So kannst du in Yokohamas Ramenmuseum verschiedenen Variationen testen und mehr über die Geschichte des Gerichts erfahren. Zusätzlich gibt es in Yokohama und Ōsaka jeweils ein Cup Noodles Museum der Firma Nissin, in dem du dir deine eigene Sorte Instant-Ramen zusammenstellen kannst.

Foto der Toppings im Cup Noodles Museum.

Im Cup Noodles Museum kannst du dir deine eignen Instant-Nudeln zusammenstellen. Dabei stehen verschiedene Toppings wie Fleisch, Ei oder Lauchzwiebeln zur Auswahl.

Beliebte Ramensorten und Toppings

Das zentrale Element bei Ramen sind grundsätzlich Weizennudeln in einer würzigen Brühe. Je nach Geschmack und Ramenvariante werden verschiedene Toppings verwendet.

Einige der beliebtesten Toppings sind dabei folgende:

  • Ajitsuke Tamago (味付け玉子): Ein weichgekochtes Ei, das für mehrere Stunden in einer Lake auf Basis von Sojasauce eingelegt wird. Cremig und geschmacksintensiv, mein persönlicher Favorit.
  • Chāshū (チャーシュー): Schweinebauch mit kräftiger, süßlicher Marinade. Durch langsames Garen gewöhnlich zwar fettig, aber zart-schmelzend.
  • Menma (メンマ): Fermentierte Bambussprossen.
  • Naruto (ナルト): Surimi-Stück, welches gewöhnlich mit einer Spirale verziert ist.
  • Nori (のり): Getrocknete und geröstete Algen.
  • Negi (ネギ –): Fein geschnittene Lauchzwiebeln.
Ramenschüssel mit vielen Scheiben Chashu rund um den Rand

Gibt es zu viel Chāshū? Ich glaube nicht.

Ähnlich wie bei den Toppings, gibt es auch bei der Basis der Brühe viele Möglichkeiten. Zudem haben sich einige Stile entwickelt, die auf eine besondere Kombination von Brühe und Toppings setzen.

  • Shio (塩): Salzbasis, häufig helle, klare und leichte Brühe. Gewöhnlich sind zudem Fisch- und Hühnerbrühe enthalten.
  • Shōyu (醤油): Sojasoßenbasis, klare, braune Brühe. Häufig ist auch Hühnerbrühe enthalten. Besonders verbreitet in Tōkyō.
  • Tonkotsu (豚骨): Schweineknochen als Basis der Brühe. Gewöhnliche hell, weiß und cremig. Besonders auf Kyushu beliebt. Typischerweise mit Chāshū serviert.
  • Tori Paitan (鶏白湯): Hühnerbrühe, mit weißer Farbe und cremigen Geschmack. Beliebte Toppings sind Ajitsuke Tamago und Hähnchenfleisch.
  • Miso (味噌): Misobasis, meist kombiniert mit tierischen Brühen. Kräftiger Geschmack und dunkel bis rötliche Färbung. Typisch in der Region Hokkaido mit Mais, Butter und Negi als Topping.
  • Iekei (家系): Mix aus Shōyu und Tonkotsu mit würzig-cremigen Geschmack. Gewöhnlich mit dicken Nudeln, Wachteleiern, Chāshū und Nori serviert. Spezialität aus Yokohama.
  • Tantan (担担麺): Brühe auf Basis von Chili und Sesam, mit Toppings wie Hackfleisch und Kohl. Nach einer chinesischen Nudelsuppe aus Sichuan.
  • Curry (カレー): Brühe, der japanisches Curry beigesetzt wurde. Sehr dunkle, würzige Brühe.
Einige Gewürze in einem Ramenladen

Viele Ramenläden stellen neben den Toppings einige Gewürze wie Sesam oder Knoblauch bereit.

Ramen zum Dippen – Tsukemen

Bei den bisher genannten Ramensorten werden die Ramen und Toppings stets in der jeweiligen Brühe serviert. Im Gegensatz dazu werden bei Tsukemen die Nudeln gemeinsam mit den Toppings auf einer eigenen Platte angerichtet und gewöhnlich kalt bereitgestellt. Während dem Essen dippt man sie nach und nach in die heiße Brühe. Für diesen Zweck sind sowohl Nudeln als auch die Suppe etwas dicker, da sie so einfacher die Flüssigkeit halten können. Die Brühe ist dabei deutlich intensiver als bei gewöhnlichen Ramen.

Kalte Ramen – Hiyashi Chuuka

Ramen sind zwar allseits beliebt, aber nur bedingt für den japanischen Sommer geeignet. Daher ersetzt man bei der kalten Variante namens Hiyashi Chuuka die heiße Brühe durch ein kühles Soja- oder Sesam-Dressing. Ebenso werden leichte und frische Toppings zu den kalten Nudeln serviert. Klassischerweise nutzt man kalte Omelettstreifen, Schinken und Surimi sowie Gurke und Tomate. Das Ganze gibt dem Gericht einen erfrischenden Geschmack und erinnert etwas an Salat.

Tsukemen mit Ei und Nori

Tsukemen sind Nudeln, die getrennt von der Brühe serviert werden. Erst während dem Essen werden sie nach und nach in die Suppe gedippt.

Ramenya – typische Ramen Restaurants

Nachdem du jetzt so viel über die verschieden Ramenarten gelesen hast, läuft dir bestimmt schon das Wasser im Mund zusammen, oder? Dann ab zum nächsten Ramenya! Genau so nennen sich nämlich die Restaurants mit Spezialisierung auf Ramen. Normalerweise erkennst du diese Läden an einem Eingangsschild mit ラーメン Aufdruck und einen Automaten vor der Tür oder im Eingangsbereich. An diesem kaufst du dir ein Ticket für deine Ramenschüssel und – bei Bedarf – zusätzliche Toppings. Neben Ramen bieten viele Restaurants auch andere Gerichte chinesischen Ursprungs wie Gyoza genannte Maultaschen oder gebratenen Reis. Beides eignet sich hervorragend als Beilage zu Ramen. Deine gekauften Tickets gibst du im Anschluss bei den Angestellten ab. Viele Läden haben nur wenig Sitzplätze und verfügen teilweise nur über eine Theke. Passend zum Fastfood-Gedanken isst du in einem Ramenya gewöhnlich nur schnell deine Nudeln und ziehst dann weiter.

Ramenya in Akihabara von Außen

Ein Ramenya von außen. Bereits an der Werbung ist gut zu erkennen, welche Speisen dich dort erwarten.

Persönliche Meinung

Ramen sind eine absolute Delikatesse und eines meiner Lieblingsgerichte überhaupt. Gerade bei kaltem Wetter oder an Tagen mit viel Bewegung kann ich den Suppen nicht widerstehen. Wahrscheinlich sind Ramen so das Gericht, welches ich auf Reisen am häufigsten verputze. Dabei empfehle ich besonders die cremigen Sorten wie Tonkotsu und Tori Paitan, aber auch die würzigen Iekei Suppen mit dicken Nudeln. Als Topping darf bei mir das Ajitsuke Tamago nicht fehlen, wobei ich auch Chāshū ziemlich gerne mag.

Ramen im Iekei Still

Eine Schüssel Glückseligkeit. Ramen sind einfach mein Lieblingsessen und gerade die hier gezeigte Iekei Variation ist einer meiner Favoriten.

Was sind deine Lieblingsramen und hast du dazu eine Restaurantempfehlung?

Einer meiner liebsten Ramenya ist Ittoku in der Nähe von Nishi-Nippori Station, welchen ich bei Gelegenheit in einem eigenen Artikel näher vorstellen möchte. Bis dahin würde ich dir meinen Artikel zur Restaurantkette Ikkakuya empfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.